Subversion – Eine kleine Diskursanalyse eines vielfältigen Begriffs

Das Journal Psychologie & Gesellschaftskritik hat mich gebeten, für sein Heft zum Thema „Subversion“ (Nr. 128/2008) einen einführenden Aufsatz zum Begriff der Subversion zu schreiben. Dieser ist inzwischen unter dem Titel Subversion – Eine kleine Diskursanalyse eines vielfältigen Begriffs auf 26 Seiten des Journals erschienen. Mein Beitrag basiert auf einigen Ergebnissen meiner Dissertation zum Thema Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa, die 2009/2010 erscheinen wird und sich noch einmal ausführlicher und detaillierter mit dem Begriff der Subversion beschäftigt.

Mein aktueller Beitrag löst allerdings vorläufig das noch immer im Netz zirkulierende und erstaunlich häufig zitierte Redemanuskript von 2002 mit dem Titel Ein Gespenst geht um. Der Begriff der Subversion in der Gegenwart ab, das nicht mehr aktuell ist (genauso wie übrigens die – leider auch von P&G übernommene – Kurzbiografie; eine aktuelle Variante finden sich hier). Das Abstract meines Beitrags liest sich wie folgt:

Der vielfältig genutzte Begriff ›Subversion‹ hat sich in den letzten beiden Dekaden für alternative politische Konzepte als fruchtbar erwiesen, da die Globalisierungsprozesse und die Formierung der Kontrollgesellschaft flexibilisierte Kritikformen notwendig gemacht haben. In einer kleinen diachronen Diskursanalyse lässt sich zeigen, dass sich seit der Französischen Revolution im deutschsprachigen Raum vier Diskurse der Subversion nebeneinander gestellt haben: Im politisch-institutionellen Diskurs wird Subversion als revolutionärer Staatsumsturz verstanden; im künstlerisch-avantgardistischen Diskurs lässt sich Subversion als künstlerisch-prozessuale Bewegung beschreiben; im subkulturellen Diskurs als minoritäre Distinktion und im poststrukturalistischen Diskurs als Dekonstruktion. Diese Diskurse der Subversion bilden als ›Multitude‹ (Negri & Hardt) bzw. ›rhizomatische Bewegung‹ (Deleuze & Guattari) – bei allen Distinktionsbewegungen untereinander – eine neue Widerstandsbewegung, deren Praxen und Strategien sich jedoch immer wieder in Aporien verfangen und absorbiert werden.

In der englischsprachigen Version liest sich das Ganze wie folgt:

Subversion – A short discourse analysis of a multifarious concept

The term ›subversion‹ has multiple meanings and has shown its productivity for alternative political concepts during the last two decades, when the processes of globalization and the formation of a society of control made forms of critique necessary that had to be more flexible. By a minor diachronic discourse analysis it can be shown that four discourses of subversion have been established and still coexist: In the institutional discourse of politics subversion is understood as a revolutionary overthrow of the state; in the artistic discourse of the avant-garde subversion can be described as an artistic and procedural movement; in the subcultural discourse it appears as the distinction of a minority and in the poststructuralist discourse as deconstruction. These discourses of subversion form as a ›multitude‹ (Negri/Hardt) respectively ›rhizomatic movement‹ (Deleuze/Guattari) – beyond all dictinctions in-between – a new movement of resistance, whose practices and strategies however get entangled in aporias and get absorbed.

Der Text wird aller Voraussicht nach bald im Downloadbereich zur Verfügung gestellt!

0 Kommentare
Hinterlassen Sie den ersten Kommentar.

Kommentieren

Lösen Sie bitte zum Schutz gegen Spam folgende Aufgabe: *

* erforderlich