Monthly Archives: May 2010

Buchpräsentation „Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur”

Gestern haben Florian Neuner und ich im neuen Medienhaus von Mülheim an der Ruhr unsere neue literarische Anthologie „Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur” präsentiert, eingeführt von dem Leiter des assoverlags, Ernst Gerlach, und ausführlich vorgestellt vom Leiter des Ruhr Museums, Prof. Dr. Ulrich Borsdorf. Florian und ich haben uns zudem sehr gefreut, dass der von uns sehr geschätzte Autor und Literaturwissenschaftler Jürgen Link, die Leiterin des Fritz-Hüser-Instituts, Hanneliese Palm, sowie mit Holger Bergmann,  Klaus-Peter Böttger und Dirk Schneider einige der wichtigsten (im Falle Böttgers: ehemaligen) Kulturvermittler aus Mülheim vor Ort waren.
Karl-Heinz Gajewski hat zudem in seinem Audioarchiv reviercast.de einige Fragmente der Buchpräsentation versammelt:

Und eine erste Rezension des Buches ist ebenfalls gestern erschienen. Continue reading

Der Journalismus, die Lobbyisten und die Wahrheit

Eine funktionierende Demokratie lässt sich nicht denken ohne eine freie und unabhängige ‚vierte Gewalt’, die sich in Deutschland insbesondere im öffentlich-rechtlichen Rundfunk organisiert hat. Nachdem allerdings die Posse um die Nicht-Verlängerung des Vertrags von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender offen gelegt hat, dass zumindest dieser Sender eindeutig unter parteipolitischen Einflüssen steht, zeigen die immer wieder aufgedeckten Fälle von Schleichwerbung die Verstrickung von kommerziellen Interessen und öffentlich-rechtlichem Rundfunk.
Dieses problematische Verhältnis zeigte sich jüngst wieder im Nachgang zu einem fein aufklärerischen Beitrag der satirischen ‚heute-show’ des ZDF. Deren Reporter Martin Sonneborn, zugleich Ex-Chefredakteur des Satiremagazins Titanic, den Pharmalobbyisten Peter Schmidt (Pro Generika) um ein Interview gebeten, das „nach Möglichkeit in einer der ‚heute’-Sendungen, bevorzugt im ‚heute-journal’, platziert” werden solle. Indem er nun gerade jene Stellen veröffentlicht, die in der üblichen journalistischen Praxis dem Schnitt zum Opfer fallen („Nein, das möchte ich ungerne sagen, deswegen habe ich auch abgebrochen.”), trägt er gerade durch diese Verletzung journalistischer Grundregeln so etwas wie ‚Wahrheitsfindung’ bei. Doch sehen Sie selbst:

Es überrascht nun nicht, dass ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut Schmidts Beschwerde gegen diese Praxis zum Anlass nahm, Sonneborn fortan das Operieren mit dem ‚heute’-Level zu untersagen. Beschwerden der Pharmaindustrie, als einem der großen ZDF-Werbekunden, werden selbstverständlich ernst genommen. Peter Schmidt hat übrigens, wenngleich aus vorgeblich anderen Gründen, seinen Job verloren.