Monthly Archives: January 2011

Perspektiven emanzipatorischer Bildungs- und Forschungsförderung – und die Frage nach Kultur und Emanzipation

Die Ergebnisse der Promovierendenkonferenz 2003 der Hans-Böckler-Stiftung sind inzwischen online als PDF einsehbar. Im Kern der Promovierendenkonferenz wie auch im Kern der Veröffentlichung steht die Frage nach den Perspektiven der Bildungs- und Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung. Sie finden hierzu auf den Seiten 49 bis 56 die Ausführungen der Leitungskollektivs der Promovierenden, in dem ich damals mitgearbeitet habe.

Ein eigener und vor allem von mir zusammengestellter Bereich beschäftigt sich mit der Frage nach Kultur und Emanzipation – hier finden Sie Beiträge von

  • Christoph Hesse zum Bereich ‚Film‘ (S. 75-88)
  • Donna P. Nick zum Bereich ‚Science Fiction‘ (S. 89-96)
  • Nadja Sennewald zum Bereich ‚Literatur‘ (S. 97-102)
  • sowie von mir selbst (S. 69-74 + 103-108).

Zum neuen Jahr 2011: Die Schriftsteller, der Staat und der Widerstand

In meiner Dissertationsschrift mit dem Titel Literatur und Subversion. Politisches Schreiben in der Gegenwart stelle ich die alte Frage nach der gesellschaftlichen und politischen Relevanz der Literatur und von Autorschaftsinszenierungen nach dem Ende des ‚Kalten Krieges‘ in neuer Weise. Dass die Auseinandersetzungen zwischen Schriftstellern und den staatlichen Instanzen nicht nur symbolischen Charakter besitzen, sondern „von den Protagonisten”, so Pierre Bourdieu, „durchaus als Fragen um Leben oder Tod erlebt werden”, davon mag ein ebenso kleiner wie dramatischer Videoclip aus dem Jahre 1981  (also aus den Vor-Wende-Zeiten mit klareren Frontverläufen, die heute weit entfernt scheinen) zeugen, in dem der Autor Thomas Brasch aus den Händen des damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß den Bayrischen Filmpreis in Höhe von 50.000 DM entgegennimmt. In seiner Rede verteidigt sich Brasch gegen die Angriffe seiner KollegInnen, einen solchen Pakt mit den Herrschenden einzugehen:

„Der Widerspruch [eines Autors, T.E.], der mit dem Geld des Staates arbeitet und den Staat angreift, der den subversiven Außenseiter zum Gegenstand seiner Arbeit macht und sich selbst zur gleichen Zeit zu einem Komplizen der Macht, [ist] ein entscheidender. Er ist der Widerspruch der Künstler im Zeitalter des Geldes schlechthin – und er ist nur scheinbar zu lösen.”

Doch sehen Sie selbst (besonders ab 2:20 Min.):

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