Mehrsprachigkeit als Normalität und der Bilinguale Unterricht

Seit dem Sommer 2010 läuft in Dortmund ein bundesweit einmaliges Projekt: An vier internationalen Grundschulen wird ab der ersten Klasse zweisprachig unterrichtet, auf Deutsch und Englisch. Die Nachfrage übersteigt die Plätze schon jetzt um das Doppelte.
Für den WDR hat Almut Horstmann zu diesem Thema einen Hörfunkbeitrag produziert, der am 4.3.2011 erstgesendet wurde und den Sie sich in der Mediathek des WDR anhören können und zu dem ich auch einen kleinen Beitrag liefern durfte (der Beitrag ist inzwischen leider nicht mehr verfügbar). Tatsächlich ist es meine Überzeugung, dass man grundsätzlich „im 21. Jahrhundert davon ausgehen [kann], dass eigentlich Kinder, die nur in einer Sprache sich bewegen können, tendenziell Bildungs- und berufliche Verlierer sein werden.“
Zudem sollte man sich immer wieder deutlich machen, was Lorna Carson in ihrer Studie über Multilingualism in Europe. A Case Study (2003) feststellte:

„In European terms, multilingualism is often considered as a rather extraordinary state of affairs […]. However, in many other parts of the globe, multilingualism is not at all a remarkable skill, but simply a normal requirement of everyday life. Globally, it is monolingualism that tends to be extraordinary, and multilingualism is the norm.“ (Carson 2003: 17f.)

Bezogen auf diese simple Erkenntnis und die daraus resultierende Notwendigkeit, auch im Schul-, Universitäts- und Ausbildungsbetrieb mehr Raum für Mehrsprachigkeit zu schaffen, hat Deutschland zweifelsohne noch einen immensen Nachholbedarf. Umso mehr ist das Dortmunder Projekt zu begrüßen – und es wird entsprechend positiv aufgenommen.

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