Bericht aus Brüssel (3): Gefährliche Pflaster
Jüngst las ich in der Süddeutschen Zeitung, dass die Diebstahlstatistik aller europäischen Hauptstädte souverän von Brüssel angeführt wird, was mich - zugegebenermaßen - noch nicht einmal verwunderte…
Brüssel kommt auf 11,2 Diebstähle pro 1000 Einwohner, die zweitplatzierte Stadt London auf gerade mal 8,8, in Berlin sind es nur 1,8. Dafür liegt Brüssel wiederum weltweit auf den letzten zehn Plätzen, was Morde und körperliche Gewalt angeht. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich auch weiterhin für die zersplitterten Autoscheiben und gegen die benutzten Pistolen entscheiden.
Schöner wäre aber natürlich eine Welt jenseits der Statistiken und Gewalttaten, in der es viel mehr öffentliches als privates Eigentum und somit auch weniger Diebstähle gäbe. Aber die Utopie ist ja tot, und Ernst Blochs philosophische Bemühungen klingen heute so fremd wie ein mittelalterlicher Liebessang:
Die Welt ist (…) voll Anlage zu etwas, Tendenz auf etwas, Latenz von etwas, und das so intendierte Etwas heißt Erfüllung des Intendierenden. Heißt eine uns adäquatere Welt, ohne unwürdige Schmerzen, Angst, Selbstentfremdung, Nichts.
[Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Kapitel 1-32. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1985. S. 17.]
Keine Hoffnung, nirgends? Wir werden sehen…























