18. Apr, 2009
Elfriede Jelinek ist Literaturnobelpreisträgerin und gewann 2002 und 2004 den Mülheimer Dramatikerpreis Stücke. 2006 konnte ich bei den Mülheimer Theatertagen für die Festivalzeitung Stück für Stück - gemeinsam mit Natalie Bloch - ein Interview mit ihr führen, das unter dem Titel ‚Unter dem Bilderschrott hervorkriechen’. Elfriede Jelinek im Gespräch über das Verhältnis von Schrift und Bild, parodierte Selbstgerechtigkeit und die Waffe, die den Schreiber erschießt erschien. Darin erklärt sie, was der Mensch in der postmodernen Medienwelt überhaupt noch sein kann:
Jeder Individualismus ist schon lange obsolet, spätestens seit Beckett, wird aber auf dem Theater immer noch gern gekauft und gesehen: Individuelles Handeln ist längst Illusion geworden (…). Vielleicht besteht ja die Freiheit darin, unter dem Bilderschrott hervorzukriechen? Weiterlesen »
28. Feb, 2009
Falk Richter arbeitet als Autor und Theaterregisseur und erhielt u.a. den Hörspielpreis der Deutschen Akademie der Künste. Bekannt wurde er mit Das System (2004, Schaubühne am Lehniner Platz), mit Unter Eis aus diesem Zyklus wurde Richter zu den Mülheimer Dramatikertagen Stücke eingeladen, für dessen Festivalzeitung Stück für Stück ich ihn interviewt habe. Unter dem Titel ‚Ich trete nicht als Richter auf’. Falk Richter im Gespräch über Pop, Fernsehen und den Stillstand stellt er die These auf, dass das Fernsehen heute das ‚real life’ darstellt:
Medien sind in extremer Weise ein Teil unseres Lebens geworden. Fernsehserien werden nicht mehr dem Alltagsleben nachgebildet, sondern das Alltagsleben orientiert sich an den Serien. Ich habe neulich einen Dokumentarfilm gesehen über junge Inder, die in einem Callcenter arbeiten und vorgeben müssen, dass sie US-Amerikaner seien. Die lernen das anhand der Serie ‚Sex and the City’, müssen anhand einer Figur aus der Serie ihre Biografie ausbilden.
Das gesamte Interview kann nun abgerufen werden (Quelle: Stück für Stück 6/2004, S. 3). Auf der rechten Seite findet sich das Interview, auf der linken Seite eine Zusammenfassung der Publikumsdiskussion über das Stück, unter dem possierlichen Titel Zwiebelschalen und Flughafenhotels.
4. Sep, 2008
Oliver Bukowski schreibt Theaterstücke und Hörspiele, gewann 1999 den Mülheimer Dramatikerpreis Stücke und arbeitet als Dozent für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin. Für die Festivalzeitschrift des Stücke-Dramatikerpreises habe ich Bukowski 2005 interviewt, da mit Dea Loher, Rebekka Kricheldorf und Anja Hilling gleich drei Absolventinnen des Studienganges eingeladen wurden. Bukowski hat u.a. drei Tipps für Theaterautoren:
Offene Ohren, gern genau hingucken und –hören wollen – wir planschen hier nicht im Nichtschwimmerbereich, wer sagt ‚War doch nur für die Schublade’ wird zurecht erbärmlich verdroschen.
Zweitens: Nicht feige perfektionistisch sein, sondern ausprobieren wollen, spielen, ne nahezu infantile Ader also. Und dann durchaus gern mal perfektionistisch. Weiterlesen »
23. Jul, 2008
Jüngst erschien der Sammelband SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart, der auf einer Tagung basiert, die im Juli 2006 im Künstlerhaus Edenkoben stattfand. Im Vorfeld dieser Tagung gab ich dem freien Radio Z aus Nürnberg ein Interview, das nun zum Download bereitsteht. Darin gibt es auf die Frage, ob heute überhaupt noch wirksame subversive Strategien existieren, die folgende Antwort:
Die Frage ist, über welches Feld man redet und was man überhaupt erreichen will. Wenn man sagt, wir wollen den Kapitalismus abschaffen und Weiterlesen »
21. Jul, 2008
Im Wintersemester 2007/08 habe ich an der Universität Trier vier literaturwissenschaftliche Seminare angeboten. In der jeweiligen Abschlusssitzung haben sich die - übrigens zumeist erfreulich motivierten und umgänglichen - Studierenden noch einmal zum Seminarthema positioniert. Ein Studierender äußerte sich beispielsweise über die Legitimationskrise der Literaturtheorien der Gegenwart:
Irritiert hat mich, dass die Literaturtheorien die Tendenz haben, sich selbst abzuschaffen, und dann in einem feierlichen Akt sich selbst wieder zu legitimieren.
Sie können sich zwei- bis vierminütige Auszüge zu den Seminarthemen Literatur als Subversion, Popliteratur und Literaturtheorien des 20. Jahrhunderts nun anhören, downloaden und für eigene Referate verwenden oder bearbeiten (unter Angabe der Quelle). Entschuldigen Sie bitte die wechselhafte und teilweise schlechte Tonqualität, wir haben mit einer bescheidenen Ausstattung gearbeitet!
15. Jul, 2008
Der Autor dieser Zeilen lebte und arbeitete in den vergangenen Jahren als
- Buchautor und Herausgeber - u.a. Popliteratur (2001/2005), SUBversionen (2008), Wissenschaft und Macht (2004)
- Autor für Fernsehen, Literaturmagazine und Zeitungen - u.a. ZDF, 3Sat, Titanic, Süddeutsche Zeitung, BR-Zündfunk, Schreibkraft
- Literatur- und Kulturwissenschaftler - Promotion 2008 mit einer Arbeit über ‘Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa’
- Dozent für Literaturtheorie, Gegenwartsliteratur, Popkultur und Creative Writing - Vorträge und Lehre in den USA und den Niederlanden, in England, Wales, Belgien, Dänemark, Polen, Österreich, Luxemburg und Deutschland
- Performer multimedialer Lesungen - zu den Themenbereichen ‘Pop & Literatur’, ‘Literatur & Subversion’ sowie ‘Fußball & Literatur’
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- In eigener Sache - aktuelle Hinweise zu Büchern, Vorträgen und Projekten (In eigener Sache)
- Reflexionen - Neuigkeiten über Audio-, Video- und Textmaterial, das zum Download bereitsteht (Everything for free); aktuelle Kommentare zu Literatur, Film, Fernsehen (Es ist egal aber), Internet und Politik (Kein Außen mehr)
- Reisen - Berichte und Fotos zum Stand der Dinge in den Globalisierungsprozessen (Riot on an empty street), so mancher exotischer Provinz (Place to be) sowie bevorzugt aus Belgien (Bericht aus Brüssel) und Deutschland (Im Taxi weinen)
- Fundstücke aus dem beschädigten Leben - Anekdoten (Fun ist ein Stahlbad), Videoclips (How bizarr), Zitate (I am a cliche)
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