3. Jan, 2009
„Der Rang von Kunstwerken ist dem des Adels entgegengesetzt: er misst sich nicht an der Herkunft, sondern an den Konsequenzen.”
Heinz-Klaus Metzger
Bei Autoren wie Alexander von Schönburg, Alexa Hennig von Lange oder Benjamin von Stuckrad-Barre evoziert dies allerdings eine chiastische Struktur. Da mal drüber nachdenken!
2. Jan, 2009
…so singen Kettcar in Im Taxi weinen. Ganz lebensweise sang bereits Bob Dylan:
You can kill somebody with kindness, too.
Aber womöglich hatte auch der alte Bob diese Weisheit nur geklaut. Heinrich Zille stellte schon viel früher in ähnlicher Diktion fest:
Man kann Menschen nicht nur mit einer Axt, sondern auch mit einer Wohnung töten.
Wir hätten es wissen können, auch ohne Immobilienkrise anno 2008.
10. Aug, 2008
Vorgestern wurden die Spiele der 29. Olympiade in Peking eröffnet. Da musste ich mich unweigerlich an folgenden Satz erinnern:
Humanität hat eine Gestalt. Nur eben nicht die des gelben Trikots.
Weiterlesen »
28. Jul, 2008
Und noch einmal Elfriede Jelinek: Die Literatur-Nobelpreisträgerin erklärt in einem Interview, warum Interviews von Schriftstellerinnen eigentlich dumm sind. Alle Kreter lügen, sagt ein Kreter. Schon in den 1990er Jahren war es weit gekommen mit der Literatur angesichts ihrer minorisierten gesellschaftlichen Situation. Ungünstig, wenn diejenigen, die Texte rezensieren, lieber plauschen als lesen. Doch lesen Sie selbst:
Ja, das ist eine vertrackte Sache mit den Interviews. Ursprünglich wollte ich einfach den Leuten wirklich was erklären, damit sie meine Sachen besser verstehen sollen, ganz naiv, mit diesem 68er didaktischen Impetus, den wir damals alle draufhatten. Dann habe ich gemerkt, daß das nicht geht, weil Weiterlesen »
26. Jul, 2008
Wie sagte Flann O´Brien so schön:
Waiting for the German verb is surely the ultimate thrill.
Nicht nur die Postponierung des Verbs in der deutschen Sprache gibt Anlass zu Verzweiflung wie zu schelmischen Spielen. Der Philosoph Theodor W. Adorno mühte sich in seinem Versuch, eine ‚nicht-identische’ Form der Sprache und des Philosophierens zu entwickeln, um die größtmögliche Postponierung des Reflexivums ‚sich’. So zitiert ihn Eckhard Henscheid in einer Anekdote:
Das unpersönliche Reflexivum erweist in der Tat noch zu Zeiten der Ohnmacht wie der Barbarei als Kulmination und integrales Kriterium Kritischer Theorie sich.
Da mal drüber nachdenken. Entschuldigung: Darüber einmal.
21. Jul, 2008
Der weise Woody Allen stellte einst fest:
“It´s not that I´m afraid to die, I just don´t want to be there when it happens.“
Schlagende Argumentation, würde ich sagen.
17. Jul, 2008
Zur performativen Konstruktion von Geschlecht und Sexualität schrieb Judith Butler Folgendes:
„Daß die Geschlechter-Realität durch aufrechterhaltene gesellschaftliche Performanzen geschaffen wird, bedeutet gerade, daß die Begriffe des wesenhaften Geschlechts und der wahren und unvergänglichen Männlichkeit und Weiblichkeit ebenfalls konstituiert sind. Sie sind Teil jener Strategien, die den performativen Charakter der Geschlechtsidentität und performativen Möglichkeiten verschleiert, die Konfigurationen der Geschlechtsidentität jenseits des einschränkenden Rahmens der maskulinen Herrschaft und der Zwangsheterosexualität zu vervielfältigen.
Die Geschlechtsidentitäten können weder wahr noch falsch, weder wirklich noch scheinbar, weder ursprünglich noch abgeleitet sein. Als glaubwürdige Träger solcher Attribute können sie jedoch gründlich und radikal unglaubwürdig gemacht werden.“
[In: Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1991. S. 208.]
Drag Queen, Drag Kings, Parodien, Travestien, Transgender, Queer – hurra! Sehen Sie auch folgende Filme zum Thema: Paris is Burning (1990), Enthüllung einer Ehe (1999), Gendernauts (1999), A Boy Named Sue (2000), Venus Boyz (2001), Agnes und seine Brüder (2004).
15. Jul, 2008
Der Autor dieser Zeilen lebte und arbeitete in den vergangenen Jahren als
- Buchautor und Herausgeber - u.a. Popliteratur (2001/2005), SUBversionen (2008), Wissenschaft und Macht (2004)
- Autor für Fernsehen, Literaturmagazine und Zeitungen - u.a. ZDF, 3Sat, Titanic, Süddeutsche Zeitung, BR-Zündfunk, Schreibkraft
- Literatur- und Kulturwissenschaftler - Promotion 2008 mit einer Arbeit über ‘Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa’
- Dozent für Literaturtheorie, Gegenwartsliteratur, Popkultur und Creative Writing - Vorträge und Lehre in den USA und den Niederlanden, in England, Wales, Belgien, Dänemark, Polen, Österreich, Luxemburg und Deutschland
- Performer multimedialer Lesungen - zu den Themenbereichen ‘Pop & Literatur’, ‘Literatur & Subversion’ sowie ‘Fußball & Literatur’
Die Beiträge finden sich innerhalb der Kategorien
- In eigener Sache - aktuelle Hinweise zu Büchern, Vorträgen und Projekten (In eigener Sache)
- Reflexionen - Neuigkeiten über Audio-, Video- und Textmaterial, das zum Download bereitsteht (Everything for free); aktuelle Kommentare zu Literatur, Film, Fernsehen (Es ist egal aber), Internet und Politik (Kein Außen mehr)
- Reisen - Berichte und Fotos zum Stand der Dinge in den Globalisierungsprozessen (Riot on an empty street), so mancher exotischer Provinz (Place to be) sowie bevorzugt aus Belgien (Bericht aus Brüssel) und Deutschland (Im Taxi weinen)
- Fundstücke aus dem beschädigten Leben - Anekdoten (Fun ist ein Stahlbad), Videoclips (How bizarr), Zitate (I am a cliche)
- Rubriken - in unregelmäßigen Abständen finden Sie Artikel zu den Rubriken Archiv des laufenden Schwachsinns, Fragen Sie Dr. Ernst!, Helden der Arbeit, Thomas Ernst des Monats und Webseite des Monats
Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!
Viel Freude auf thomasernst.net!