Literatur und Subversion
Politisches Schreiben in der Gegenwart
Bielefeld: transcript, erscheint Anfang 2011
(zuvor unter dem Titel Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa, Universität Trier: Dissertationsschrift, 2008)
Es ist bis heute eine höchst umstrittene Frage, ob und wie literarische Texte als eine Form politischen Schreibens betrachtet werden können. In einer kritischen Auseinandersetzung mit historischen und theoretischen Konzepten entwickelt Thomas Ernst hierzu ein komplexes literatur- und kulturwissenschaftliches Analysemodell für die Gegenwart, das von einem differenzierten Begriff der Subversion ausgeht. Mit diesem Instrumentarium gelingt es, drei exemplarische Felder der politischen Gegenwartsprosa - die avancierte Popliteratur (Meinecke), die »Migrationsliteratur« (Zaimoglu) und die »Untergrundliteratur« (Social Beat) - auf ihre subversiven Potenziale und ästhetischen Aporien hin zu untersuchen.
Die Betreuerin der Arbeit war Prof. Dr. Franziska Schößler, der Zweitgutachter war Prof. Dr. Herbert Uerlings. Das Projekt wurde gefördert von der Hans Böckler Stiftung und der Universität Trier. Thomas Ernst war vom April 2004 bis Ende 2006 Kollegiat des DFG-Graduiertenkollegs Identität und Differenz an der Universität Trier. Die Arbeit wird Anfang 2011 im transcript Verlag veröffentlicht und etwa 490 Seiten dick sein.
Textauszug
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Inhaltsverzeichnis (stark gekürzt)
- Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa. Eine Einführung in Thema, Fragestellung, Struktur und Methoden der Untersuchung (S. 1)
- 1. Literatur und Politik. Zum aktuellen Stand eines problematischen Verhältnisses (S. 7)
- 2. Zum Begriff der Subversion (S. 92)
- 3. Pop, Literatur und Subversion: Thomas Meinecke (S. 205)
- 4. Minoritäten, Literatur und Subversion: Feridun Zaimoglu (S. 297)
- 5. Untergrund, Literatur und Subversion: Social Beat und Slam Poetry (S. 411)
- 6. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa. Eine Zusammenfassung (S. 514)
- 7. Anhänge (S. 530)
Leseperformance Tunnel. Literatur & Subversion
In einem unter- und hintergründigen Spektakel aus Wortfetzen und Witzen, zahllosen Zitaten aus der Geschichte der Subversion, Videoclips und Fotos präsentiert im Frühjahr 2009 das neue multimediale Programm von Thomas Ernst die wichtigsten Ergebnisse der Abhandlung Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa (2007) und des Sammelbandes SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Kunst in der Gegenwart (2008):
Fünf Figuren buddeln Worttunnel unter die Ideologietürme der Gegenwart, ihre Wege im Untergrund kreuzen sich, obwohl sie in verschiedene Richtungen graben und einander beim Lockern der Fundamente behindern. Der in Brüssel – nahe der Machtzentralen der EU und der NATO – lebende Autor Thomas Ernst führt sein Publikum auf amüsante Weise durch die Geheimgänge der literarischen Subversion. Dabei werden die Vietcong-Tunnel von Cuchi durchkrochen, die Sturmtruppen der Avantgarde getroffen, die Zensurprozesse gegen satirischen Texte ebenso besucht wie die Hinterhöfe des HipHop und die ratternden Wortsalven der Poetry Slams, schließlich verliert sich die Spur in den Netzen des World Wide Web.
Mehr Informationen (Textauszug, Pressestimmen, Termine)Downloads zur Dissertationsschrift
Interview mit dem Radio Z aus Nürnberg zur Tagung SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart (8. Juni 2006; 8,58 Min.) [Audio]
Lehre an der Universität Trier, WS 2007/08, Studierende des HS Literatur als Subversion zum Thema „Literatur als Subversion“ [Audio; 4,18 Min.; verzeihen Sie die schlechte Aufnahmequalität!]
‘Subversion’. Eine kleine Diskursanalyse eines vielfältigen Begriffs.
Aufsatz aus: Psychologie & Gesellschaftskritik. Heft 128 (2008), S. 9-34.
SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart.
Der gesamte Band findet sich zum Durchblättern auf den Seiten der Google Büchersuche. Die Originalausgabe erschien 2008 im transcript Verlag, Bielefeld, und wurde herausgegeben von Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke.
SUBversionen. Eine Einführung.
Aufsatz aus: SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2008. S. 9-23. (Gemeinsam mit Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke.)
SUBversionen. Inhaltsverzeichnis.
Aufsatz aus: SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2008. S. 9-23. (Gemeinsam mit Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke.)
Radio-Interview mit dem Radio Z aus Nürnberg zur Tagung SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart (8. Juni 2006; 8,58 Min.) [Audio]
Aufsatz aus: Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald, Julia Tieke (Hg.): SUBversionen. Zum Verhältnis von Ästhetik und Politik in der Gegenwart. Bielefeld 2008. S. 111-126.
Aufsatz aus: Deutsche Bücher. Forum für Literatur. Heft 2 (2008), S. 113-129.
Ein Nobelpreis für die Subversion? Aporien der Subversion im Theater Elfriede Jelineks.
Aufsatz aus: Inge Arteel/Heidy Margrit Müller (Hg.): Elfriede Jelinek – Stücke für oder gegen das Theater? Brüssel: Koninklijke Vlaamse Academie van België voor Wetenschappen en Kunsten, 2008. S. 193-202. (Seit Mai 2009 auch abrufbar aus dem Edocs-Publikationssystem der Frankfurter Universitätsbibliothek.)
Demnächst werden zudem zum Download bereitgestellt:
Literatur als Subversion. Über die Zersplitterung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. [Text + Audio + Video]
Vortrag auf der Tagung: Wie über Gegenwart sprechen. Symposium zu methodischen Fragen einer gegenwartsorientierten Literaturwissenschaft, Gehalten am 22.5.2008 an der Universität Hildesheim.
Suhrkamp-Pop, Kanak Sprak, Social Beat, Neue Frankfurter Schule. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa. [Audio]
Vortrag auf der Tagung: SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Kunst in der Gegenwart. Eine Tagung der Hans Böckler Stiftung, der Universität Trier und des Künstlerhauses Edenkoben. Gehalten am 14.7.2006 im Künstlerhaus Edenkoben.
Links
Prof. Dr. Franziska Schößler betreute die Dissertation
Die Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf, förderte die Arbeit
Der Fachbereich II der Universität Trier nahm die Arbeit an
Das Graduiertenkolleg Identität und Differenz. Geschlechterkonstruktion und Interkulturalität (18.-21. Jahrhundert) an der Universität Trier (2004-2006)