Mehrsprachigkeit und Europabilder in der Literatur: Brüssel, Deutschland, Flandern und Luxemburg

Mehrsprachige Literaturen und die Reflexion von kulturellen Europabildern haben in der kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschung in den letzten Jahren geradezu einen Boom erlebt. Da ich als langjähriger Pendler zwischen Deutschland und Brüssel sowie als Postdoktorand der Université du Luxembourg von 2008 bis 2010 sehr intensive eigene Erfahrungen mit mehrsprachigen Kulturräumen und den Potenzialen und Problemen der europäischen Politik gemacht habe, befasse ich mich auch in meiner Forschung mit der Mehrsprachigkeit und Europabildern in der Literatur, vor allem im komparatistischen Vergleich zwischen Deutschland, Belgien (bevorzugt Brüssel und Flandern) sowie Luxemburg.

Dabei beziehe ich auch auf philosophische und politische Diskurse der (nationalen) Identität, linguistische Verfahren zur Differenzierung von Mehrsprachigkeit und das kulturwissenschaftliche Wissen über Identitätskonzepte und Europabilder. Methoden wie die Diskursanalyse sowie Verfahren der Cultural Studies und Postcolonial Studies helfen mir bei einzelnen Arbeiten.

In Vorträgen und Aufsätzen habe ich mich bereits beschäftigt mit den Themenfeldern:

In meinem Postdoc-Projekt von 2008 bis 2010 an der Université du Luxembourg (betreut von Prof. Dr. Georg Mein) habe ich mich mit dem Thema „‚Heimat’ und Hybridität? Globalisierte Identitäten in Gegenwartsliteratur aus Belgien, Deutschland und Luxemburg“ beschäftigt. Aus diesem Postdoc-Projekt entstand ein größerer CORE-Projektantrag, der vom Fonds National de la Recherche Luxembourg positiv evaluiert wurde. Von 2011 bis 2015 lief daher das Forschungsprojekt „The Construction of Identity in Multilingual Literature: A Comparison of Belgium, Germany, Luxembourg and the Netherlands“, dessen Arbeit ich – inzwischen als Assistent an der Universität Duisburg-Essen tätig – als Beiratsmitglied und Kooperationspartner intensiv begleiten durfte.Neben dem Schwerpunkt „Mehrsprachigkeit und Europabilder in der Literatur“ interessiere ich mich auch für „Interkulturelle Räume in der Literatur: Europa, Luxemburg, Ruhrgebiet, Türkei.“ Mit meinen Studierenden an der Universität Duisburg-Essen und in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt haben wir das Weblog „ILP on Blog“ zum Internationalen Literaturpreis aufgebaut.

Ich danke der Université du Luxembourg, insbesondere Prof. Dr. Georg Mein, für die vorbildliche Unterstützung während meiner Postdoc-Phase. Im Projektkontext danke ich für unsere produktive Kooperation neben Georg Mein auch Dr. Till Dembeck (Luxembourg), Prof. Dr. Rolf Parr (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Sarah De Mul (Open University), Prof. Dr. Anke Gilleir (Katholieke Universiteit Leuven), Dr. Lies­beth Minnaard (Leiden University) und Dr. Claude D. Conter (Centre national de littérature Mersch). Zudem danke ich vielen KollegInnen aus der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik und dem Belgischen Germanisten- und Deutschlehrerverband sowie den MitarbeiterInnen des Vlaams Theater Instituut und des Europäischen Literaturhaus Passa Porta in Brüssel für wichtige Anregungen und Unterstützung.


 

Multilinguale Literatur – analytische und theoretische Überlegungen

Vortrag: Multilinguale Gegenwartsliteraturen analysieren. Interdisziplinäre und kulturwissenschaftliche Konzepte und Probleme

20.9.2012, Université du Luxembourg

Auf der Konferenz: Mehrsprachige Gegenwartsliteratur – philologische Herausforderungen/Multilingual contemporary literature – philological challenges, veranstaltet von der Université du Luxembourg und gefördert vom Fonds National de la Recherche Luxembourg


Audio-Podcast (Teil 1: 20:34 Min.)

Audio-Podcast (Teil 2: 18:30 Min.)

 

Literarische Europabilder und multilinguale Literatur in Brüssel, Deutschland, Flandern und Luxemburg

Sammelband: Guy Helminger. Ein Sprachanatom bei der Arbeit. Hg. von Rolf Parr, Thomas Ernst und Claude D. Conter. Heidelberg: Synchron, 2014.

Aufsatz: Guy Helminger. Zur Einführung (gemeinsam mit Claude D. Conter und Rolf Parr).

In: Rolf Parr/Thomas Ernst/Claude D. Conter (Hg.): Guy Helminger. Ein Sprachanatom bei der Arbeit. Heidelberg: Synchron, 2014, S. 7-8.

Aufsatz: Wankendes westliches Wissen. Guy Helmingers ‚Online-Reise-Diaries‘ aus Indien (2006), dem Iran (2007) und dem Jemen (2008/2009).

In: Rolf Parr/Thomas Ernst/Claude D. Conter (Hg.): Guy Helminger. Ein Sprachanatom bei der Arbeit. Heidelberg: Synchron, 2014, S. 201-223.

Aufsatz: Hybride Identitäten und liminale Räume in der luxemburgischen Gegenwartsliteratur.

In: Franciszek Grucza (Hg.)/Simon Neuberg/Claude D. Conter/Jerzy Koch/Stefan Kiedroń (Mithg. des Bandes): Akten des XII. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik Warschau 2010: ‚Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit‘. Sektion 9: ‚Luxemburgistik im Spannungsfeld von Mehrsprachigkeit, Regionalität, Nationalität und Internationalität‘. Frankfurt am Main u.a.: Lang, 2012 (Publikationen der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), Band 3), S. 89-94.

Aufsatz: Brussel als taalspel. Meertaligheid en Europabeelden in Koen Peeters’ Grote Europese Roman (2007).

In: Daniel Acke/Liesbeth Bekers (Hg.): Blik op Brussel. Literaire ervaringen over de Belgische hoofdstad. Brüssel: VUBPRESS, 2015 (zur Veröffentlichung angenommen; im Erscheinen).

Aufsatz: Brussels is Europe. Koen Peeters’ Grote Europese Roman as Multilingual Literature.

In: Till Dembeck/Liesbeth Minnaard (Hg.): Beyond the Myth of Monolingualism. Leiden; Boston: Brill/Rodopi, 2014 (Thamyris/Intersecting: Place, Sex and Race, Nr. 28), S. 133-148.

Vortrag: Brussels is Europe. Koen Peeters‘ ‚Grote Europese Roman‘ (2007) as an Example of Multilingual Flemish Prose

24.5.2012, Leiden University

Auf dem Symposium: Challenging the Myth of Monolingualism, veranstaltet von der Leiden University und der Université du Luxembourg

Audio-Podcast (Teil 1: 10:28 Min.)

Audio-Podcast (Teil 2: 6:37 Min.)

Aufsatz: Multiculturalism and Multilingualism in Contemporary Prose in Flanders: The Writings by Chika Unigwe, Koen Peeters and Benno Barnard (gemeinsam mit Sarah De Mul).

In: Wolfgang Behschnitt/Sarah De Mul/Liesbeth Minnaard (Hg.): Literature, Language, and Multiculturalism in Scandinavia and the Low Countries. Amsterdam; New York: Rodopi, 2013 (Textxet. Studies in comparative literature, Band 71), S. 283-313.

Aufsatz: Europa zwischen Fluchtfabeln und Luftwurzeln. Der belgische Autor Tom Lanoye über Kapitalismus, Wissenschaft und Biopolitik in seinem Stück ‚Festung Europa’.

In: Christine Bähr/Franziska Schößler (Hg.): Ökonomie im Theater der Gegenwart. Ästhetik, Produktion, Institution. Bielefeld: transcript, 2009, S. 259-278.

Aufsatz: Kanak Sprak and Union Suspecte. Scandals Around Hybrid and Multilingual Literature in Germany and Belgium.

In: Mirjam Gebauer/Pia Schwarz Lausten (Hg.): Migration and Literature in Contemporary Europe. München: Meidenbauer, 2010, S. 243-258.

Besprechung des Aufsatzes in: Petra Thore: Review of Mirjam Gebauer und Pia Schwarz Lausten (Hrsg.): Migration and Literature in Contemporary Europe. Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung GmbH & Co. KG 2010. In: Studia Neophilologica, Vol. 82, 2 (2010), S. 247.

 

Konnotationen und Reflexionen der deutschen Sprache und Kultur im BeNeLux-Raum

Aufsatz: Wie übersetzt man ‚Wir haben es nicht gewusst‘? Zur niederländischsprachigen Untertitelung deutschsprachiger Spielfilme über den Nationalsozialismus.

In: Germanistische Mitteilungen. Themenheft ‚Aussaat/Dissemination‘, hg. von Henri Bloemen und Jan Ceuppens, 36. Jg., Heft 72 (2010), S. 107-124.

Aufsatz: Sprachen und Identitäten – Konnotationen des Deutschen in den multilingualen Nachbarländern Belgien und Luxemburg.

In: José Brunner/Iris Nachum (Hg.): ‚Die Deutschen‘ als die Anderen. Deutschland in der Imagination seiner Nachbarn. Göttingen: Wallstein, 2012 (Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte/Tel Aviv Yearbook for German History, Nr. 40), S. 169-187.

Aufsatz: Die deutsche Sprache als Minorität? Multilinguale Gegenwartsliteratur in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und in Luxemburg.

In: Ernest W. B. Hess-Lüttich, gem. mit Corinna Albrecht und Andrea Bogner (Hg.): Re-Visionen. Kulturwissenschaftliche Herausforderungen interkultureller Germanistik. Frankfurt am Main u.a.: Lang, 2012 (Cross Cultural Communication, Nr. 22; Publikationen der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik, Nr. 17), S. 621-636.

Rezension des Bandes ‚Deutschlandbilder in Belgien 1830-1940‘, hg. von Hubert Roland, Marnix Beyen und Greet Draye, Münster u.a.: Waxmann, 2011.

In: nachbarsprache niederländisch. 27./28. Jg. (2012/2013), S. 138-142.