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Innere Werte stellt
die Frage, wie stark Identität durch den Körper, den Geist oder
die Selbstinzenierung eines Menschen produziert wird.
Der Film wurde produziert
für das Kleine Fernsehspiel des ZDF in der Reihe Agenda
2020 - wie werden wir leben? Von 350 Einreichungen für den Wettbewerb
wurden fünf Projekte realisiert.
"Eine verstörende
Geschichte um plastische Chirurgie mit einigen einfachen, aber wirkungsvollen
Kniffen in der Inszenierung." (Teleschau, Petra Fürst)
"Fantasievolle und
erschreckende Zukunftsvision" (rtv)
"Für die Low-Budget-Verhältnisse
wirklich großes Kino." (Frankenpost)
"Packendes Drama über
Menschen, denen die Oberfläche alles bedeutet!" (Save TV)
"Halb David Lynch,
halb Didi Hallervorden" (TV Spielfilm)
"Verwirrspiel zwischen
jungen und alten Körpern im Zeitalter perfekter plastischer Chirurgie."
(Lübecker Nachrichten)
Innere Werte
Fernsehfilm Deutschland
2007
Regie: Jan Schomburg
Buch: Jan Schomburg, Thomas
Ernst
Kamera: Sandra Merseburger
Ton: Jürgen Speidel
Ausstattung: Alexander Brehm,
Korstaan Mahal
Kostüm: Patricia Royo
Schnitt: Claudia Gleisner
Musik/Soundd./Mischung:
Markus Aust
Produzent: Peter Stockhaus
Produktion: Peter Stockhaus
Filmproduktion im Auftrag von ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion: Christian Cloos
Länge 60'
Die Rollen und ihre Darsteller
Rufus Santer: Arnd Klawitter
Frau Pachulke: Diana Amft
Mysteriöser Junge:
Alban Hansen
Mysteriöses Mädchen:
Bineta Hansen
Hotelpage: Martin Kiefer
Herbert Kraus: Hartmut Schories
Stimme Ibsen: Udo Schenk
Stimme Pachulke: Ilse Strambowski
Kriminelle Verlockungen
der Plastischen Chirurgie.
Eine doppelbödige
Krimigroteske um radikale Identitätsveränderungen im Jahre 2020.
Inhalt
In der Kurklinik von Bad
Salzuflen wurden mehrere Rentner von zwei Kindern überfallen und ausgeraubt.
Kommissar Rufus Santer wird in die Stadt seiner Kindheit geschickt, um
den Fall aufzuklären. Unterstützt wird er dabei von seiner 64-jährigen
Kollegin Pachulke, die gerade ihren Körper per Schönheitsoperation
in den einer jungen Frau verwandeln ließ. Santer muss sich nicht
nur der Annäherungsversuche der jungen alten Frau Pachulke erwehren,
er findet auch heraus, warum in Bad Salzuflen fast keine wirklichen Rentner
mehr leben. Die Ermittlungen geraten immer mehr zu seinem ganz persönlichen
biografischen Fall. Im Klinikkomplex, der einem Labyrinth gleicht, verschwimmen
zunehmend die Grenzen zwischen Jung und Alt, Schein und Sein. Zuletzt bleiben
nur noch die inneren Werte, an die man sich klammern kann. Aber worin bestehen
die eigentlich?
"Innere Werte" thematisiert
auf sarkastische Weise den aktuellen Kult um Schönheitsoperationen
und stellt die Frage, wie stark Identität durch Körper, Geist
oder die Selbstinszenierung eines Menschen bestimmt wird.
Es ist der Debütfilm
von Autor und Regisseur Jan Schomburg, Absolvent der Kunsthochschule für
Medien in Köln, der bereits mit seinen preisgekrönten Kurzfilmen
auf sein Talent aufmerksam gemacht hat.
Statement von Jan Schomburg
(Buch und Regie)
Die Herausforderung im Rahmen
der Ausschreibung "Agenda 2020" bestand für mich in erster Linie darin,
mit extrem wenig Geld einen Film zu drehen, der in der Zukunft spielt.
Wie erzählt man Zukunft, wenn man eigentlich kein Geld für Effekte
hat? Das war die zentrale Frage, mit der ich mich bei der Ausschreibung
auseinandergesetzt habe.
Die wirklich beeindruckenden
Erfahrungen im Kino habe ich persönlich nicht durch Spezialeffekte
gehabt, sondern wenn es Filmen gelungen ist, im Kopf Dinge entstehen zu
lassen, die über das Geschehen auf der Leinwand hinausgehen. Bei der
Produktion von "Innere Werte" wollte ich diese Erkenntnis radikal umsetzen,
und konsequent darauf verzichten, Zukunft über technische Gegenstände
zu erzählen. Zukunft soll mit einfachsten Mitteln im Kopf des Betrachters
entstehen. Einfache Lösungen, bei denen Phantasie Budget ersetzt.
Also grundsätzlich keine technischen Geräte im Bild, keine Autos,
kein Telefon. Wenn telefoniert wird, geschieht dies durch einen Griff hinters
Ohr, wo ein (nicht sichtbarer) Chip installiert ist, eine radikale plastische
Veränderung von Körpern wird ausschließlich über das
fertige Ergebnis bzw. über die Vorbereitung erzählt.
Die Umdeutung bekannter
Situationen und Muster. Bildern eine vollkommen andere Aufladung und Bedeutung
geben: Beim Anblick einer jungen Frau, denkt man an eine 64-Jährige,
bei auftauchenden Kindern fragt man sich, ob diese vielleicht in Wirklichkeit
erwachsen sind, und die Rentner von Bad Salzuflen werden zu einer Ansammlung
von jungen, subversiven Leuten, die das Rentensystem ausnutzen.
"Innere Werte" nimmt auf
humorvolle und sarkastische Art und Weise Bezug auf die aktuelle Welle
von Schönheitsoperationen und deren mediale Verarbeitung in Serien
wie "The Swan". Gleichzeitig ist es mir jedoch wichtig, auch die tragische
und poetische Ebene von plastischen Veränderungen des menschlichen
Körpers zu erzählen.
Die Bilder von Menschen,
die sich zum ersten Mal nach ihren Operationen im Spiegel erblicken und
diesen Anblick kaum ertragen können, haben mich nicht nur beunruhigt,
sondern in ihrer transzendenten, quasireligiösen Aussagekraft auch
tief berührt und Assoziationen zu den Metamorphosen des Ovid geweckt.
"Innere Werte" soll auf diese Komponenten des Themas Bezug nehmen und die
Frage stellen, was die Bedeutung einer körperlichen Hülle ist,
wenn diese beliebig veränderbar ist.
Kann ein "falscher", umoperierter
Körper unter Umständen authentischer wirken als das Original?
Was bedeutet eine körperliche Veränderung für die Suche
nach Identität und die erlernten Rollenmodelle? Wird die Entstehung
einer Identität oder die Zugehörigkeit zu einem gesellschaftlichen
Milieu eher durch die körperliche Materialität, durch einen spezifischen
Geist oder durch eine performative Selbstinszenierung bestimmt?
Gerade die Darstellung von
Bad Salzuflen als verschworene Parallelgesellschaft mit dem Kurpark als
Zentrum der Subversion und die Entwicklung von Frau Pachulke boten mir
Gelegenheiten, ernsthaft und gleichzeitig humorvoll über diese Themenkomplexe
nachzudenken, ohne dabei pädagogisch zu werden.
Jan Schomburg (Buch
und Regie)
Jan Schomburg wurde 1976
in Aachen geboren. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule
Kassel und Filmregie an der Kunsthochschule für Medien Köln.
Nach mehreren Kurzfilmen, u.a. dem international mit zahlreichen Preisen
ausgezeichneten "Nie solo seiN", hat Jan Schomburg nun mit "Innere Werte"
seinen ersten längeren Spielfilm inszeniert .
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2001 "Turnverein", 12 min, 35
mm, Kurzspielfilm, Buch und Regie
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2004 "Nie solo sein", 9min,
35mm, Kurzspielfilm, Buch und Regie
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2005 "Esther", 16 min, 35 mm,
Kurzspielfilm, Buch und Regie
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2007 "Innere Werte", 60 min,
Fernsehfilm, Buch (gemeinsam mit Thomas Ernst) und Regie
Thomas Ernst (Buch)
Thomas Ernst wurde 1974 geboren
und arbeitete als Kulturwissenschaftler und freier Autor u.a. im Trierer
Graduiertenkolleg "Identität und Differenz" sowie in Brüssel
und New York. Er veröffentlichte zahlreiche literarische Texte sowie
die Bücher "Popliteratur" (2001), "Wissenschaft und Macht" (2004)
und "SUBversionen" (2007). Die Arbeit am Drehbuch zu "Innere Werte" ist
seine zweite Zusammenarbeit mit Jan Schomburg nach der Arbeit am Erzählertext
für den preisgekrönten Kurzfilm "Nie solo seiN" (2003).
Bisherige Ausstrahlungen
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MO, 18.06.2007, 0.00 Uhr, ZDF
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MI, 20.06.2007, 22.00 Uhr, ZDF
digital
Öffentliche Aufführungen
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MO, 11.06.2007, 20 Uhr, Lüneburg,
Halle für Kunst, Reichenbachstr. 2, Club der Utopisten #6
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MO, 23.07.2007, 21 Uhr, Hamburg,
Studio-Kino, Bernstorffstr. 93-95, in Kontext der Ausstellung Fight
Lookism. Zu Schönheitsidealen und Körpernormierungen
(vom 3.-28.7.2007 im Hafenklang Exil, Große Bergstr. 178)
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