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	<title>Kommentare zu: Kulturrevolutionärer Appell. Für eine Nutzung der digitalen Publikationsmöglichkeiten und die produktive Koexistenz von Buchkultur und Internet</title>
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	<description>Thomas Ernst - Blog und Informationen des Autors, Literaturwissenschaftlers, Kritikers und Performers</description>
	<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 15:52:53 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Emilia Ragems</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2642</link>
		<dc:creator>Emilia Ragems</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 02:18:45 +0000</pubDate>
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		<description>Quasi ein Post Skriptum:

Entschuldigen Sie bitte, dass ich dies nun in einen neuerlichen Post packen muss, aber eines hatte ich noch vergessen:

Open Access setzt natürlich auch voraus, dass der Autor unter eine freien Lizenz veröffentlicht. Ich glaube, nichts läge Reuß ferner.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Quasi ein Post Skriptum:</p>
<p>Entschuldigen Sie bitte, dass ich dies nun in einen neuerlichen Post packen muss, aber eines hatte ich noch vergessen:</p>
<p>Open Access setzt natürlich auch voraus, dass der Autor unter eine freien Lizenz veröffentlicht. Ich glaube, nichts läge Reuß ferner.</p>
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		<title>Von: Emilia Ragems</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2641</link>
		<dc:creator>Emilia Ragems</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 02:12:48 +0000</pubDate>
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		<description>Sie schreiben in ihrem Aufsatz, Reuß habe seinen Appell Open Access veröffentlicht. Bitte das zu korrigieren: Open Access ist nicht einfaches Online-Stellen beliebiger Schriften, sondern folgt dem qualitätssichernden Prinzip eines Verlags. Da der Heidelberger Appell nie durch eine Qualitätssicherung ging (was ihm ganz offensichtlich anzusehen ist), kann er auch nicht als Open Access gelten. Ganz abgesehen von der Wissenschaftlichkeit.

Außerdem äußerte sich Roland Reuß in einer Diskussionsrunde auf 3sat zum Ingeborg Bachmann-Preis über Open Access:
»An Open Access ist überhaupt nichts schlecht, es ist eine Publikationsform wie viele andere.«
Ihm zu unterstellen, er würde Open Access per se ablehnen ist deshalb wohl auch argumentativ ein wenig verfehlt.

Ich vertrete mit Sicherheit nicht Reuß' Meinung zu beiden Thematiken, sowohl Google als auch die Deutschen Wissenschaftsorganisationen. Aber man sollte sich nicht dazu verleiten lassen, so unscharf zu argumentieren, wie er es zu tun pflegt. Reuß glaubt Verfechter des Urheberrechts zu sein und für ihn sind Google und Open-Access-Zwang deshalb gleich, weil ihm in beiden Fällen sein "Kind", wie er es nennt, also das Werk entzogen wird. Es handelt sich imho um eine sehr emotionale Geschichte, das lässt der Appell ja auch oft genug durchblicken. Da ist es manchmal auch schwer, klar zu sehen, worum es geht, wenn "Open Access als Enteignung" gebrüllt wird, obwohl es eigentlich um Handlungen der Deutschen Wissenschaftsorganisationen geht.

Der Heidelberger Appell hat jedenfalls stark zu meiner Überzeugung beigetragen, dass bald jedes Internet-Forum mehr Qualität zu bieten hat, als das Feuilleton großer Tageszeitungen: Dort wird in etwa genau so viel geflamet und unreflektiert der erste Gedanke gepostet, wie es oft in den Tageszeitungen dem Anschein nach gemacht wird. Und Reuß wäre für mich persönlich der klassische Troll. (Wer seine Antwort auf Gersmanns Replik kennt, wird nicht umhin kommen hier ein Körnchen Wahrheit zu finden).

Abschließend möchte ich mich aber auf jeden Fall bei Ihnen bedanken, dass Sie hier einen Versöhnungsversuch gestartet haben. Das ist gut und wichtig. Ich fürchte nur, dass es weniger zur Sensationslust der Feuilleton-Leser beiträgt und deshalb - auch wenn ich das nicht hoffe - wesentlich weniger Aufmerksamkeit bekommt als ein kurz hingeworfener, im Grunde genommen flapsiger Appell aus Heidelberg.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sie schreiben in ihrem Aufsatz, Reuß habe seinen Appell Open Access veröffentlicht. Bitte das zu korrigieren: Open Access ist nicht einfaches Online-Stellen beliebiger Schriften, sondern folgt dem qualitätssichernden Prinzip eines Verlags. Da der Heidelberger Appell nie durch eine Qualitätssicherung ging (was ihm ganz offensichtlich anzusehen ist), kann er auch nicht als Open Access gelten. Ganz abgesehen von der Wissenschaftlichkeit.</p>
<p>Außerdem äußerte sich Roland Reuß in einer Diskussionsrunde auf 3sat zum Ingeborg Bachmann-Preis über Open Access:<br />
»An Open Access ist überhaupt nichts schlecht, es ist eine Publikationsform wie viele andere.«<br />
Ihm zu unterstellen, er würde Open Access per se ablehnen ist deshalb wohl auch argumentativ ein wenig verfehlt.</p>
<p>Ich vertrete mit Sicherheit nicht Reuß&#8217; Meinung zu beiden Thematiken, sowohl Google als auch die Deutschen Wissenschaftsorganisationen. Aber man sollte sich nicht dazu verleiten lassen, so unscharf zu argumentieren, wie er es zu tun pflegt. Reuß glaubt Verfechter des Urheberrechts zu sein und für ihn sind Google und Open-Access-Zwang deshalb gleich, weil ihm in beiden Fällen sein &#8220;Kind&#8221;, wie er es nennt, also das Werk entzogen wird. Es handelt sich imho um eine sehr emotionale Geschichte, das lässt der Appell ja auch oft genug durchblicken. Da ist es manchmal auch schwer, klar zu sehen, worum es geht, wenn &#8220;Open Access als Enteignung&#8221; gebrüllt wird, obwohl es eigentlich um Handlungen der Deutschen Wissenschaftsorganisationen geht.</p>
<p>Der Heidelberger Appell hat jedenfalls stark zu meiner Überzeugung beigetragen, dass bald jedes Internet-Forum mehr Qualität zu bieten hat, als das Feuilleton großer Tageszeitungen: Dort wird in etwa genau so viel geflamet und unreflektiert der erste Gedanke gepostet, wie es oft in den Tageszeitungen dem Anschein nach gemacht wird. Und Reuß wäre für mich persönlich der klassische Troll. (Wer seine Antwort auf Gersmanns Replik kennt, wird nicht umhin kommen hier ein Körnchen Wahrheit zu finden).</p>
<p>Abschließend möchte ich mich aber auf jeden Fall bei Ihnen bedanken, dass Sie hier einen Versöhnungsversuch gestartet haben. Das ist gut und wichtig. Ich fürchte nur, dass es weniger zur Sensationslust der Feuilleton-Leser beiträgt und deshalb - auch wenn ich das nicht hoffe - wesentlich weniger Aufmerksamkeit bekommt als ein kurz hingeworfener, im Grunde genommen flapsiger Appell aus Heidelberg.</p>
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	<item>
		<title>Von: Thomas Ernst</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2491</link>
		<dc:creator>Thomas Ernst</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 17:20:33 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.thomasernst.net/?p=820#comment-2491</guid>
		<description>@ Brett: Ich danke für Ihre kritischen Anmerkungen, die ich natürlich nicht unbedingt teile. Aber es geht mir darum, die Diskussion in eine andere Richtung zu lenken und zu differenzieren, da sind auch kritische und neue Differenzen einführende Kommentare (Urheber- vs. Verwertungsrecht, Wissenschaft vs. Literatur) sehr willkommen! 

Eine Anmerkung erscheint mir aber wichtig: Der kurze &lt;em&gt;Kulturrevolutionäre Appell&lt;/em&gt; basiert - wie man im Posting lesen kann - auf einem ausführlichen Aufsatz, den ich für die Zeitschrift &lt;em&gt;kultuRRevolution. zeitschrift für angewandte diskursanalyse&lt;/em&gt; verfasst habe, und den man &lt;a href="http://www.thomasernst.net/ThomasErnst-InternetLiteratur(kRR57).pdf" rel="nofollow"&gt;hier&lt;/a&gt; lesen kann. Daher erscheinen im Appell selbst nur ein paar Stichworte; die differenziertere Analyse des 'Heidelberger Appells' und der 'bürgerlichen Lesekultur' findet sich im Aufsatz. Aus dem Ort der Erstveröffentlichung erklärt sich auch der - von mir - tatsächlich ein wenig spöttisch gemeinte Titel &lt;em&gt;Kulturrevolutionärer Appell&lt;/em&gt;; hinter dem sich allerdings auch der feste Glaube daran verbirgt, dass sich gerade die Vertreterinnen und Vertreter der Buchkultur mit der Kulturrevolution, die das digitale Zeitalter bedeutet, produktiver beschäftigen könnten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Brett: Ich danke für Ihre kritischen Anmerkungen, die ich natürlich nicht unbedingt teile. Aber es geht mir darum, die Diskussion in eine andere Richtung zu lenken und zu differenzieren, da sind auch kritische und neue Differenzen einführende Kommentare (Urheber- vs. Verwertungsrecht, Wissenschaft vs. Literatur) sehr willkommen! </p>
<p>Eine Anmerkung erscheint mir aber wichtig: Der kurze <em>Kulturrevolutionäre Appell</em> basiert - wie man im Posting lesen kann - auf einem ausführlichen Aufsatz, den ich für die Zeitschrift <em>kultuRRevolution. zeitschrift für angewandte diskursanalyse</em> verfasst habe, und den man <a href="http://www.thomasernst.net/ThomasErnst-InternetLiteratur(kRR57).pdf" rel="nofollow">hier</a> lesen kann. Daher erscheinen im Appell selbst nur ein paar Stichworte; die differenziertere Analyse des &#8216;Heidelberger Appells&#8217; und der &#8216;bürgerlichen Lesekultur&#8217; findet sich im Aufsatz. Aus dem Ort der Erstveröffentlichung erklärt sich auch der - von mir - tatsächlich ein wenig spöttisch gemeinte Titel <em>Kulturrevolutionärer Appell</em>; hinter dem sich allerdings auch der feste Glaube daran verbirgt, dass sich gerade die Vertreterinnen und Vertreter der Buchkultur mit der Kulturrevolution, die das digitale Zeitalter bedeutet, produktiver beschäftigen könnten.</p>
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	<item>
		<title>Von: Brett</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2490</link>
		<dc:creator>Brett</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 16:40:24 +0000</pubDate>
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		<description>Man muss die bestehende Welt nie für die beste aller Möglichen halten, dennoch geht mir gleich ein spöttisches Grinsen über die Lippen, wenn ich "kulturrevolutionär" oder dergl. Großworte lese - da weiß man doch gleich, dass die Sache dazu tedniert, eine Nummer zu groß und aufgeregt angelegt zu werden. Was am "Urheberrecht" obsolet sein soll, weiß ich nicht. Es ist unterschieden vom Verwertungsrecht. Wenn von GEMA, Flatrate etc. die Rede ist, bezieht sich das auf Verwertungsrechte - das sollte man schon mal sauber trennen. Was man zweitens und hauptsächlich bedenken sollte, sind Produktionskosten. Bislang ist Schriftstellerei eine Risikounternehmung mit ind er Regel ungeheurem geringen return-on-investment. Dennoch ist es ist offenkundig notwendig, dass es diese Risikokomponente gibt. Zur Risikokomponente gehört ebenso notwendig die Existenz einer Chance. Diese Chance beruht auf den Verwertungsrechten: Von dem Recht, sein Geschreibsel in welcher Form auch immer verkaufen zu dürfen, bis hin zu Auslandsrechten, Hörbuch-Rechten, Verfilmungsrechten oder sonstigen Verbreitungsrechten. Wenn man diese Rechte per se gesellschaftlich einzieht, dann fragt sich wie sich die neuen Chancen gestalten: Registrieren der Downloads und entsprechende Teilnahme an VG-Wort-Ausschüttungen? Hat offenkundig Betrugsgefährdungen. Ich weiß nicht, wie es gehen soll und in dem kulturrevolutionären Appell fallen dazu nur ein paar Stichworte. Das hilft eben nicht weiter und trägt dazu bei, dass der Appell die Eigenschaften einer Weinahctsbaumkugel hat - sie glänzt verheißungsvoll und kann leicht platzen. - Was die Tantiemen für Wissenschaftler angeht, so ist das eine völlig andere Welt. Wissenschaftler kriegen ja ihre Produktionskosten sowie schon bezahlt und ziehen aus Veröffentlichungen einen Renommee-Gewinn, der sich wiederum positiv auf die Forschungsmöglichkeiten auswirkt. Daher waren Professoren seit jeher schon gut entlohnt, wenn ihre Werke nur überhaupt in würdigem Rahmen erschienen und bemerkt wurden. Alle freischaffenden Kulturproduzenten genießen aber nicht solche Privilegien, sondern sind mehrheitlich hungerleidende Randexistenzen bzw. Nebenbeiproduzenten. Was hat die neue Medienwelt ihnen zu bieten? Möglicherweise Besseres. - Ganz unsinnig finde ich den in die Jahre gekommenen Kampfbegriff "bürgerlich". Das klingt so, als ob die Buchsphäre von der Produktions- wie von der Rezeptionsseite her noch verbandelt wäre mit dem besser verdienenden Angestellten- und Unternehmer-Milieu. Wer dieses Milieu halbwegs aus eigenem Erleben kennt, weiß, dass "Buchkultur" vom klassischen Geld-Bürgertum nicht mehr getragen wird. Die hängen sich 3.000 Euro teure TVs in ihre 60qm großen Wohnzimmer, was Originales an die Wand, legen sich ein paar "Coffee-Table"-Fotoschinken aufs Beistelltischchen und befinden sich überwiegend geistig auf dem Niveau von Bildungsabbrechern. Es gibt noch gebildete Menschen, aber sie sind meistenteils nicht bürgerlich oder sogar anti-bürgerlich gestimmt. Insofern muss man auch nicht so tun, als würde mit der Buchkultur irgendetwas "Bürgerliches" verteidigt. Wenn da etwas zu verteidigen ist, dann eine gewisse Reflexions- und Problematisierungskultur. Und was sonst noch so am Buch dranhängt von Bastei-Lübbe bis romantische Frauenromane, soll sich von mir aus finanzieren, wie es mag - das Zeug ist alles so relevant wie die Bunte Illustrierte von nächster Woche. - Internet &lt;i&gt;und &lt;/i&gt;Buchkultur - ja, natürlich. Das wussten wir aber alle auch schon ohne Appelle und Manifeste. Im Moment nutzen Verlage das Internet - wie alle Welt - vor allem als Werbeplattform. Zur Distribution auch immer mehr - sogar bei der Friedenauer Presse kann man online bestellen. Dass man Wissenschaftlern freie Bahn schaffen sollte, würde ich unterschreiben. Dass es für unzählige wissenschaftliche Zeitschriften keine umständlichen Druckverlage mehr braucht, ist wahr - so leid es einem um diesen Teil der Verlagswelt tut. Dass die Copyrights für literarische Werke weiterhin als die Ware der Autoren angesehen werden müssen, würde ich aber genauso fordern. Dass Bildung gratis sein muss, glaube ich nicht unbedingt. Jedenfalls wird es der Bildung weniger helfen, als man glaubt. Die Absperrungen sind doch schon seit Jahren gesunken - trotzdem sinken auch Wissen und Bildung. Das "Gutenberg-Projekt" hat Unmengen von Texten frei zugänglich gemacht - ja und?! Ist das Interesse gewachsen? Natürlich nicht. Das gilt auch für zahllose andere Wissensbereiche. Warum? Weil das Internet per se ein geist- und bildungsfernes Medium ist. Es wird genutzt für Spiel, Entertainment, TV, Bla-bla, "Freunde" und "Informationen", die überwiegend werbeverseuchte Inhalte sind (Homepages von t-online und gmx angucken - das snd die Sites, die "interesse generieren").</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss die bestehende Welt nie für die beste aller Möglichen halten, dennoch geht mir gleich ein spöttisches Grinsen über die Lippen, wenn ich &#8220;kulturrevolutionär&#8221; oder dergl. Großworte lese - da weiß man doch gleich, dass die Sache dazu tedniert, eine Nummer zu groß und aufgeregt angelegt zu werden. Was am &#8220;Urheberrecht&#8221; obsolet sein soll, weiß ich nicht. Es ist unterschieden vom Verwertungsrecht. Wenn von GEMA, Flatrate etc. die Rede ist, bezieht sich das auf Verwertungsrechte - das sollte man schon mal sauber trennen. Was man zweitens und hauptsächlich bedenken sollte, sind Produktionskosten. Bislang ist Schriftstellerei eine Risikounternehmung mit ind er Regel ungeheurem geringen return-on-investment. Dennoch ist es ist offenkundig notwendig, dass es diese Risikokomponente gibt. Zur Risikokomponente gehört ebenso notwendig die Existenz einer Chance. Diese Chance beruht auf den Verwertungsrechten: Von dem Recht, sein Geschreibsel in welcher Form auch immer verkaufen zu dürfen, bis hin zu Auslandsrechten, Hörbuch-Rechten, Verfilmungsrechten oder sonstigen Verbreitungsrechten. Wenn man diese Rechte per se gesellschaftlich einzieht, dann fragt sich wie sich die neuen Chancen gestalten: Registrieren der Downloads und entsprechende Teilnahme an VG-Wort-Ausschüttungen? Hat offenkundig Betrugsgefährdungen. Ich weiß nicht, wie es gehen soll und in dem kulturrevolutionären Appell fallen dazu nur ein paar Stichworte. Das hilft eben nicht weiter und trägt dazu bei, dass der Appell die Eigenschaften einer Weinahctsbaumkugel hat - sie glänzt verheißungsvoll und kann leicht platzen. - Was die Tantiemen für Wissenschaftler angeht, so ist das eine völlig andere Welt. Wissenschaftler kriegen ja ihre Produktionskosten sowie schon bezahlt und ziehen aus Veröffentlichungen einen Renommee-Gewinn, der sich wiederum positiv auf die Forschungsmöglichkeiten auswirkt. Daher waren Professoren seit jeher schon gut entlohnt, wenn ihre Werke nur überhaupt in würdigem Rahmen erschienen und bemerkt wurden. Alle freischaffenden Kulturproduzenten genießen aber nicht solche Privilegien, sondern sind mehrheitlich hungerleidende Randexistenzen bzw. Nebenbeiproduzenten. Was hat die neue Medienwelt ihnen zu bieten? Möglicherweise Besseres. - Ganz unsinnig finde ich den in die Jahre gekommenen Kampfbegriff &#8220;bürgerlich&#8221;. Das klingt so, als ob die Buchsphäre von der Produktions- wie von der Rezeptionsseite her noch verbandelt wäre mit dem besser verdienenden Angestellten- und Unternehmer-Milieu. Wer dieses Milieu halbwegs aus eigenem Erleben kennt, weiß, dass &#8220;Buchkultur&#8221; vom klassischen Geld-Bürgertum nicht mehr getragen wird. Die hängen sich 3.000 Euro teure TVs in ihre 60qm großen Wohnzimmer, was Originales an die Wand, legen sich ein paar &#8220;Coffee-Table&#8221;-Fotoschinken aufs Beistelltischchen und befinden sich überwiegend geistig auf dem Niveau von Bildungsabbrechern. Es gibt noch gebildete Menschen, aber sie sind meistenteils nicht bürgerlich oder sogar anti-bürgerlich gestimmt. Insofern muss man auch nicht so tun, als würde mit der Buchkultur irgendetwas &#8220;Bürgerliches&#8221; verteidigt. Wenn da etwas zu verteidigen ist, dann eine gewisse Reflexions- und Problematisierungskultur. Und was sonst noch so am Buch dranhängt von Bastei-Lübbe bis romantische Frauenromane, soll sich von mir aus finanzieren, wie es mag - das Zeug ist alles so relevant wie die Bunte Illustrierte von nächster Woche. - Internet <i>und </i>Buchkultur - ja, natürlich. Das wussten wir aber alle auch schon ohne Appelle und Manifeste. Im Moment nutzen Verlage das Internet - wie alle Welt - vor allem als Werbeplattform. Zur Distribution auch immer mehr - sogar bei der Friedenauer Presse kann man online bestellen. Dass man Wissenschaftlern freie Bahn schaffen sollte, würde ich unterschreiben. Dass es für unzählige wissenschaftliche Zeitschriften keine umständlichen Druckverlage mehr braucht, ist wahr - so leid es einem um diesen Teil der Verlagswelt tut. Dass die Copyrights für literarische Werke weiterhin als die Ware der Autoren angesehen werden müssen, würde ich aber genauso fordern. Dass Bildung gratis sein muss, glaube ich nicht unbedingt. Jedenfalls wird es der Bildung weniger helfen, als man glaubt. Die Absperrungen sind doch schon seit Jahren gesunken - trotzdem sinken auch Wissen und Bildung. Das &#8220;Gutenberg-Projekt&#8221; hat Unmengen von Texten frei zugänglich gemacht - ja und?! Ist das Interesse gewachsen? Natürlich nicht. Das gilt auch für zahllose andere Wissensbereiche. Warum? Weil das Internet per se ein geist- und bildungsfernes Medium ist. Es wird genutzt für Spiel, Entertainment, TV, Bla-bla, &#8220;Freunde&#8221; und &#8220;Informationen&#8221;, die überwiegend werbeverseuchte Inhalte sind (Homepages von t-online und gmx angucken - das snd die Sites, die &#8220;interesse generieren&#8221;).</p>
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	<item>
		<title>Von: Wenke Richter</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2489</link>
		<dc:creator>Wenke Richter</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 14:11:50 +0000</pubDate>
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		<description>Nur einen Hinweis: Am 13.10. vermeldete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), daß sie OpenAccess-Zeitschriften fördert. Hier der Link dazu:

http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2009/presse_2009_57.html

Die Frage, die hier dahinter steht, ist doch, wer finanziert digitale Inhalte? Ohne Zweifel, die Buchbranche ist in einem grundlegenden Wandel. Diskussionen darüber werden in ihrer Tiefe nicht überall intensiv geführt, leider. Aber es gibt in der Verlagswelt auch Verlage, die sich der elektronischen Publikation im wissenschaftlichen Bereich öffen, bis hin zu OpenAccess. Ich stimme mit Ihnen überein: der "Heidelberger Appell" vermischt zuviele Dinge, die verschiedene Bereiche betrifft. Eine differenzierte Betrachtung und eine Offenheit für die neuen Entwicklung ist notwendig - von Verlagen, aber auch von Wissenschaftlern. Gemeinsam sollten wir diesen Weg gehen.

Mit freundlichen Grüßen

Wenke Richter

Meine Verlag</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nur einen Hinweis: Am 13.10. vermeldete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), daß sie OpenAccess-Zeitschriften fördert. Hier der Link dazu:</p>
<p><a href="http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2009/presse_2009_57.html" rel="nofollow">http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2009/presse_2009_57.html</a></p>
<p>Die Frage, die hier dahinter steht, ist doch, wer finanziert digitale Inhalte? Ohne Zweifel, die Buchbranche ist in einem grundlegenden Wandel. Diskussionen darüber werden in ihrer Tiefe nicht überall intensiv geführt, leider. Aber es gibt in der Verlagswelt auch Verlage, die sich der elektronischen Publikation im wissenschaftlichen Bereich öffen, bis hin zu OpenAccess. Ich stimme mit Ihnen überein: der &#8220;Heidelberger Appell&#8221; vermischt zuviele Dinge, die verschiedene Bereiche betrifft. Eine differenzierte Betrachtung und eine Offenheit für die neuen Entwicklung ist notwendig - von Verlagen, aber auch von Wissenschaftlern. Gemeinsam sollten wir diesen Weg gehen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Wenke Richter</p>
<p>Meine Verlag</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Digitale Notizen &#187; Blog Archive &#187; Kulturrevolutionärer Appell</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2487</link>
		<dc:creator>Digitale Notizen &#187; Blog Archive &#187; Kulturrevolutionärer Appell</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 11:15:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.thomasernst.net/?p=820#comment-2487</guid>
		<description>[...] Ernst hat für die &#8220;Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie kultuRRevolution&#8221; einen Kulturrevolutionären Appell (Für eine Nutzung der digitalen Publikationsmöglichkeiten und die produktive Koexistenz von [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Ernst hat für die &#8220;Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie kultuRRevolution&#8221; einen Kulturrevolutionären Appell (Für eine Nutzung der digitalen Publikationsmöglichkeiten und die produktive Koexistenz von [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Twitter Trackbacks for Thomas Ernst - Autor und Literaturwissenschaftler » Kulturrevolutionärer Appell. Für eine Nutzung der [thomasernst.net] on Topsy.com</title>
		<link>http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell#comment-2486</link>
		<dc:creator>Twitter Trackbacks for Thomas Ernst - Autor und Literaturwissenschaftler » Kulturrevolutionärer Appell. Für eine Nutzung der [thomasernst.net] on Topsy.com</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 20:37:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.thomasernst.net/?p=820#comment-2486</guid>
		<description>[...] Thomas Ernst - Autor und Literaturwissenschaftler » Kulturrevolutionärer Appell. Für eine Nutzung...  www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell &#8211; view page &#8211; cached  Eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse der Debatten um Internet, Wissenschaft, Literatur und Urheberrecht von Dr. des. Thomas Ernst (Luxemburg). &#8212; From the page [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Thomas Ernst - Autor und Literaturwissenschaftler » Kulturrevolutionärer Appell. Für eine Nutzung&#8230;  <a href="http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell" rel="nofollow">http://www.thomasernst.net/kulturrevolutionaerer-appell</a> &ndash; view page &ndash; cached  Eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse der Debatten um Internet, Wissenschaft, Literatur und Urheberrecht von Dr. des. Thomas Ernst (Luxemburg). &mdash; From the page [...]</p>
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	</item>
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