Der DFB und der wichtigste Schiedsrichter der Welt. Eine Erinnerung an John Blankenstein - aus gegebenem Anlass
Seit ein paar Wochen ist das deutsche Fußball-Schiedsrichterwesen nicht aufgrund seiner guten Leistungen, sondern aufgrund der Ereignisse um den inzwischen von allen DFB-Ämtern zurückgetretenen ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter und zuletzt als DFB-Schiedsrichtersprecher tätigen Manfred Amerell in den Schlagzeilen. Unstrittig scheint, dass das deutsche Schiedsrichterwesen bis heute im Sinne einer klassischen Burschen- und Männerseilschaft organisiert ist, so dass die Beförderung einzelner Referees durch Protégés zumindest möglich war. Diese Strukturen sollen nun massiv verändert werden - gut und Punkt.
Problematisch und für die DFB-Verantwortlichen offenbar delikat wird es nun in der Angelegenheit Manfred Amerell vs. Michael Kempter. Der junge Bundesliga-Schiri Kempter behauptet, sein ‚Ziehvater’ Amerell habe ihn sexuell belästigt; Amerell wiederum stellt fest, er sei bisexuell und beide hätten über eine längere Zeit ein mehr als freundschaftliches Verhältnis geteilt; Kempter erklärt wiederum im Interview, er sei definitiv nicht homosexuell. Die ganze Angelegenheit ist natürlich ein gefundenes Fressen für den Boulevard, werden Homo-/Bisexualität, Abhängigkeitsverhältnisse, Unwahrheit, Belästigung und Fußball hier doch zu einer unschönen Melange verquirlt, die wiederum das alte Vorurteil zu bestätigen scheint, dass bei ‚den Schwulen’ doch immer auch Unterdrückung, Lüge und Gewalt eine Rolle spielten.
Ich musste bei vielen journalistischen Beiträgen der letzten Wochen an den bekennend schwulen Schiedsrichter John Blankenstein aus den Niederlanden denken, dem mein Kollege Gerd Dembowski in einem Text mit dem Titel Der wichtigste Schiedsrichter der Welt ein postumes Denkmal gesetzt hat. Gerd als Moderator und ich als Übersetzer aus dem Niederländischen haben John bei einigen Veranstaltungen im Kontext der Reihe Homophobie im Fußball begleitet, was uns beide nachhaltig beeindruckt hat. Weiterlesen »

In Deutschland gibt es über 80.000 Personen mit dem Nachnamen ‚Ernst’, die vor allem in den Großräumen Berlin, Hamburg, Hannover, NRW, Baden und im Rhein-Neckar-Raum leben. Am häufigsten gibt es ‚Wolfgang Ernst’, ‚Michael Ernst’ und ‚Manfred Ernst’. Der Name ‚Thomas Ernst’ liegt dabei auf Platz zehn aller ‚Ernste’; er ist somit verbreitet genug, dass man ihn als Allerweltsnamen bezeichnen kann. Da das Angebot so groß ist, soll auf dieser Seite jeden Monat einer meiner Namensvetter vorgestellt werden. Den Beginn macht natürlich mein liebster Namensvetter und zugleich der einzige, mit dem ich auch befreundet bin: Thomas Ernst aus Bochum.