Downloads: Subversion, Popliteratur, Literaturtheorie

Im Wintersemester 2007/08 habe ich an der Universität Trier vier literaturwissenschaftliche Seminare angeboten. In der jeweiligen Abschlusssitzung haben sich die - übrigens zumeist erfreulich motivierten und umgänglichen - Studierenden noch einmal zum Seminarthema positioniert. Ein Studierender äußerte sich beispielsweise über die Legitimationskrise der Literaturtheorien der Gegenwart:

Irritiert hat mich, dass die Literaturtheorien die Tendenz haben, sich selbst abzuschaffen, und dann in einem feierlichen Akt sich selbst wieder zu legitimieren.

Sie können sich zwei- bis vierminütige Auszüge zu den Seminarthemen Literatur als Subversion, Popliteratur und Literaturtheorien des 20. Jahrhunderts nun anhören, downloaden und für eigene Referate verwenden oder bearbeiten (unter Angabe der Quelle). Entschuldigen Sie bitte die wechselhafte und teilweise schlechte Tonqualität, wir haben mit einer bescheidenen Ausstattung gearbeitet!

Zitate (1): Geschlecht und Sexualität

Zur performativen Konstruktion von Geschlecht und Sexualität schrieb Judith Butler Folgendes:

„Daß die Geschlechter-Realität durch aufrechterhaltene gesellschaftliche Performanzen geschaffen wird, bedeutet gerade, daß die Begriffe des wesenhaften Geschlechts und der wahren und unvergänglichen Männlichkeit und Weiblichkeit ebenfalls konstituiert sind. Sie sind Teil jener Strategien, die den performativen Charakter der Geschlechtsidentität und performativen Möglichkeiten verschleiert, die Konfigurationen der Geschlechtsidentität jenseits des einschränkenden Rahmens der maskulinen Herrschaft und der Zwangsheterosexualität zu vervielfältigen.

Die Geschlechtsidentitäten können weder wahr noch falsch, weder wirklich noch scheinbar, weder ursprünglich noch abgeleitet sein. Als glaubwürdige Träger solcher Attribute können sie jedoch gründlich und radikal unglaubwürdig gemacht werden.“

[In: Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1991. S. 208.]

Drag Queen, Drag Kings, Parodien, Travestien, Transgender, Queer – hurra! Sehen Sie auch folgende Filme zum Thema: Paris is Burning (1990), Enthüllung einer Ehe (1999), Gendernauts (1999), A Boy Named Sue (2000), Venus Boyz (2001), Agnes und seine Brüder (2004).