Es gibt sehr gute Nachrichten: Ab August 2008 hat das Ministère de la Culture, de l´Enseignement supérieur et de la Recherche des Großherzogtums Luxemburg mir ein Post-Doc-Projekt genehmigt, das ich an der Universität Luxemburg bei Prof. Dr. Georg Mein in der Germanistik durchführen werde. In diesem Projekt untersuche ich
die Frage, wie vor dem Hintergrund der ökonomischen, kulturellen und medialen Globalisierung noch Identität konstruiert wird, und ob sich in diesen Konstruktionen Hybridisierungen oder vielmehr Rückbesinnungen auf (neue Formen von) ‚Heimat’ zeigen. Da das Medium Literatur Weiterlesen »
Seit einigen Dekaden ist es nicht mehr so, dass das geistige Zentrum der deutschen Gesellschaft von einem Kanon ‚schöner Literatur’ entscheidend mitbestimmt würde. Heute lohnt es sich eher zu fragen: Was ist eine ‚deutsche Gesellschaft’ überhaupt? Wo liegen ihre Grenzen? Wohin ist das ‚geistige Zentrum’ verschwunden? Und welchen Stellenwert hat das Medium Literatur überhaupt noch?
Seit den 1970er Jahren hat somit auch die germanistische Literaturwissenschaft ihren gesellschaftlichen Stellenwert verloren, sie befindet sich in einer Dauerkrise. Während die einen sich auf die Residuen bildungsbürgerlicher Vorstellungen zurückziehen, bemühen sich die anderen um die Öffnung und – wenn man so will – Aktualisierung der Literaturwissenschaft hin zu den Kultur- und/oder Medienwissenschaften. In diesem Zusammenhang hat die Trierer Germanistik-Professorin Franziska Schößler Weiterlesen »
Angeblich hat Director Spike Jonze für die Produktion dieses Videos in Kalifornien nur 800 US-Dollar benötigt. Er selbst agiert unter dem Pseudonym Richard Koufey, auch Fatboy Slim ist am Ende unter den Zuschauern kurz zu sehen. Aber jetzt:
Let tonight´s performance be the best performance we´ve ever had.
Angesichts dieses höchst ironischen Videos könnte man glatt für einen Moment pathetisch werden und denken: Wenn man sich nur traut, die Begrenzungen der Diskurse (oder hier: der Absperrungen) zu überschreiten, ist Großes möglich. Oder nostalgisch und mit Herrn Marx gesprochen: Man müsste mal häufiger
den versteinerten Verhältnissen ihre eigene Melodie vorspielen und sie so zum Tanzen bringen,
und sei es auch nur im Eingangsbereich eines kapitalistischen Kinotempels…
Gestern fand ein Fußball-Freundschaftsspiel zwischen Belgien und Deutschland statt, das in Belgien noch nicht einmal live übertragen wurde, was wiederum in Deutschland undenkbar wäre. Aber in anderen Ländern ist der Fußballsport glücklicherweise nicht auf so irrationale Weise mit der nationalen Identität verwachsen wie in der BRD (remember “Das Wunder von Bern”, 1954, oder “Das Sommermärchen”, 2006), leider interessieren sich außerhalb von Brüssel jedoch immer weniger Menschen für Kollektive, die unter dem Namen ‘Belgien’ operieren, da sich das Alltagsleben und -bewusstsein zunehmend als ‘flämisches’ oder ‘wallonisches’ begreift. Der kosmopolitische Autor Benno Barnard Weiterlesen »
Waiting for the German verb is surely the ultimate thrill.
Nicht nur die Postponierung des Verbs in der deutschen Sprache gibt Anlass zu Verzweiflung wie zu schelmischen Spielen. Der Philosoph Theodor W. Adorno mühte sich in seinem Versuch, eine ‚nicht-identische’ Form der Sprache und des Philosophierens zu entwickeln, um die größtmögliche Postponierung des Reflexivums ‚sich’. So zitiert ihn Eckhard Henscheid in einer Anekdote:
Das unpersönliche Reflexivum erweist in der Tat noch zu Zeiten der Ohnmacht wie der Barbarei als Kulmination und integrales Kriterium Kritischer Theorie sich.
Da mal drüber nachdenken. Entschuldigung: Darüber einmal.
Zurzeit bereite ich ein Forschungsprojekt zum Thema ‘Heimat’ und Hybridität vor, zu dem allerdings aktuell noch keine näheren Informationen bereitgestellt werden können. Vertreiben Sie sich vielleicht die Zeit bis dahin mit diesem Schnappschuss aus Mount Abu in Indien - und sinnieren Sie über die Frage, ob das noch ‘Heimat’ oder viel eher schon ‘hybrid’ ist:
5.8.2010, 11 Uhr, Warschau (Polen), XII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik, Sektion: „Luxemburgistik im Spannungsfeld von Mehrsprachigkeit, Regionalität, Nationalität und Internationalität“
26.9.2010, Universität Göttingen, Tagung der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik zum Thema "Re-Visionen. Kulturwissenschaftliche Herausforderungen interkultureller Germanistik"
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