Und noch einmal Elfriede Jelinek: Die Literatur-Nobelpreisträgerin erklärt in einem Interview, warum Interviews von Schriftstellerinnen eigentlich dumm sind. Alle Kreter lügen, sagt ein Kreter. Schon in den 1990er Jahren war es weit gekommen mit der Literatur angesichts ihrer minorisierten gesellschaftlichen Situation. Ungünstig, wenn diejenigen, die Texte rezensieren, lieber plauschen als lesen. Doch lesen Sie selbst:
Ja, das ist eine vertrackte Sache mit den Interviews. Ursprünglich wollte ich einfach den Leuten wirklich was erklären, damit sie meine Sachen besser verstehen sollen, ganz naiv, mit diesem 68er didaktischen Impetus, den wir damals alle draufhatten. Dann habe ich gemerkt, daß das nicht geht, weil Weiterlesen »
Es begab sich aber in den 1970er Jahren, dass ein paar junge Vorstreiter über das Thema Pop & Co. Die ‚Andere Musik’ zwischen Protest und Markt im TV diskutierten (darunter u.a. der damals noch notorische Rolf-Ulrich Kaiser). Der Schlagzeuger der Band Ton Steine Scherben, Nikel Pallat, machte dem Bandnamen alle Ehre und setzte den Hit Macht kaputt, was euch kaputt macht in die Tat um. Glücklicherweise war es in diesem Fall nur ein Tisch. Doch sehen Sie selbst:
Nikel Pallat sang übrigens damals, wenn ich mich nicht irre, den Paul Panzer Blues, in dem ‚Paul Panzer’ als Platzhalter für einen idealisierten Proletarier dient. Heute treibt ein anderer ‚Paul Panzer’ als Schwundstufe deutscher Fernsehrebellion in diversen Privatfernseh-Comedy-Programmen sein Unwesen. Wie weit entfernt scheint uns heute ein Satz wie jener Pallats: „Fernsehen ist ein Unterdrückungsinstrument in der Massengesellschaft.“ Nur mal so als homöopathische Dosis Kulturpessismismus. And now for something completely different:
Jüngst erschien der Sammelband SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart, der auf einer Tagung basiert, die im Juli 2006 im Künstlerhaus Edenkoben stattfand. Im Vorfeld dieser Tagung gab ich dem freien Radio Z aus Nürnberg ein Interview, das nun zum Download bereitsteht. Darin gibt es auf die Frage, ob heute überhaupt noch wirksame subversive Strategien existieren, die folgende Antwort:
Die Frage ist, über welches Feld man redet und was man überhaupt erreichen will. Wenn man sagt, wir wollen den Kapitalismus abschaffen und Weiterlesen »
5.8.2010, 11 Uhr, Warschau (Polen), XII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik, Sektion: „Luxemburgistik im Spannungsfeld von Mehrsprachigkeit, Regionalität, Nationalität und Internationalität“
26.9.2010, Universität Göttingen, Tagung der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik zum Thema "Re-Visionen. Kulturwissenschaftliche Herausforderungen interkultureller Germanistik"
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