Wolfgang Welt ist tot. Es lebe die Weltologie!

Wolfgang Welt ist tot. Mit großem Bedauern habe ich diese Nachricht erfahren. So traurig sein Tod ist, so groß wird die Freude sein, die uns sein literarisches Werk noch machen wird.

Bei ihm gehe es nicht um den „Stream of Consciousness, sondern um den Stream of Unconciousness“, sagt Welts Alter Ego in Der Tunnel am Ende des Lichts, seinem vielleicht intensivsten Werk, das vom Wahnsinn, Scheitern und dem einsamen Umherirren durch das Ruhrgebiet berichtet. Welt hat mit seinen wenigen Romanen und seiner sehr spezifischen autofiktionalen und ‚ehrlichen‘ Prosa bemerkenswerte Werke neben die Hauptströmung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gelegt. Moritz Baßler nobilitiert Welts Romane treffend: „Von einer bestimmten Schreibqualität an ist Wahrheit Literatur.“

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Kathrin Röggla als Poet in Residence in Essen: „Von Zwischenmenschen, working Milieus, Parallel-Krisen und dem nicht eingelösten Futur“

Kathrin Röggla im Vorab-Videogespräch zu ihrer Poetik-Dozentur in Essen

Seit fast vierzig Jahren besteht die Einrichtung des ‚Poet in Residence‘ an der Universität Duisburg-Essen, sie ist damit eine der ältesten Institutionen dieser Art in Deutschland. Mit Kathrin Röggla war eine der bekanntesten Gegenwartsautorinnen in der ersten Dezemberwoche 2014 zu Gast, sie hat sich in ihren drei Poetikvorlesungen und ihrer Lesung sowohl theoretisch als auch praktisch mit dem literarischen Arbeiten mit dokumentarischen Mitteln beschäftigt. Es war mir eine große Freude, die Veranstaltungen durch eine Einleitung in das Werk von Kathrin Röggla und als Moderator zu begleiten.

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„Literatur und Subversion“ ist erschienen!

Hurra, große Freude: Nach vielen Jahren der Arbeit an meinem zunächst 870seitigen Manuskript „Literatur und Subversion. Politisches Schreiben in der Gegenwart“, das ich in einem anstrengenden und längeren Prozess auf 570 Seiten gekürzt und dabei aktualisiert habe, ist heute ein großer Karton vom transcript Verlag mit den ersten Exemplaren in meinem Essener Büro angekommen! Ich danke allen, die mich auf diesem langen Weg unterstützt haben – und bin gespannt auf die Reaktionen. Weitere Informationen zum Buch, das Sie ab sofort erwerben können, erhalten Sie auf der Webseite „Literatur und Subversion“. Dort finden Sie auch Informationen zu den aktuell bereits feststehenden Buchpräsentationen in Essen, Münster, Brüssel, Leuven und Antwerpen.

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Bald erscheint „Literatur und Subversion“!

In Kürze wird das fertige Manuskript meiner Studie über das politische Schreiben in der Gegenwart beim transcript Verlag in den Druck gehen, derzeit nimmt der Lektor und Setzer Wolfgang Delseit noch letzte Änderungen vor. Mehr Informationen zu diesem 570seitigen Werk finden Sie auf meinen Webseiten oder auf den Webseiten des transcript Verlags, ausführlichere Informationen werden dann zum Erscheinen des Bandes bereitgestellt.

Thomas Ernst: Literatur und Subversion. Politisches Schreiben in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2013 (im Erscheinen; Reihe: Literalität und Liminalität, hg. von Achim Geisenhanslüke und Georg Mein). 570 S., kart., 39,99 €, ISBN 978-3-8376-1484-8.

Aktualisierung vom 6.1.2014:

Die Auslieferung des Buchs verzögert sich leider noch, aber Sie können inzwischen schon das Inhaltsverzeichnis und die Einführung in das Buch einsehen.

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Arbeit am Sammelband „Körperdiskurse“

Derzeit arbeite ich mit meiner Essener Kollegin Dr. Corinna Schlicht am Band Körperdiskurse. Gesellschaft, Geschlecht und Entgrenzungen in deutschsprachigen Liedtexten von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart. Dieser Band erscheint voraussichtlich im März 2014 beim Universitätsverlag Rhein-Ruhr und versammelt die Beiträge einer Nachwuchskonferenz, die im Dezember 2012 am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen stattfand. Die Aufsätze befassen sich u.a. mit Liedern von Claire Waldoff, Konstantin Wecker, Schleim-Keim, Superpunk, Cro, Bushido, Kool Savas und Kitty Kat.

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Wolfgang Welt, die ‚Gruppe 61‘ und die Ruhrgebietsliteratur

Unter dem Titel Die Staublunge der Literatur. Eine Dortmunder Ausstellung erinnert an die vor fünfzig Jahren gegründete ‚Gruppe 61‘ schreibt heute der große Ruhrgebietsautor Wolfgang Welt im Feuilleton der FAZ (Seite 32) über die entsprechende Ausstellung und ihren Ausstellungskatalog, in dem sich auch ein Beitrag von mir zum Thema Warum es keine Gruppe 2011 gibt. Die Literatur und die flexiblen und digitalen Arbeitswelten der Gegenwart findet. In seinem Beitrag schreibt Welt unter anderem:

„Im umfangreichen Begleitband beleuchten zudem führende Ruhrgebietsliteraturexperten wie Erhard Schütz, Uwe-K. Ketelsen, Gerhard Rupp und Thomas Ernst, um nur einige zu nennen, Aspekte der Gruppe und ihres Umfelds.“ (mehr …)

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In Gedenken an Martin Büsser

Heute wird mein Kollege Martin Büsser begraben, der mit nur 42 Jahren an einer Krebserkrankung verstorben ist. Zukünftig muss ich einen Kollegen vermissen, der zweifelsohne einer der wenigen Guten war, an deren ebenso verbindlicher wie kritischer Haltung man selbst eine Orientierung in den Wirren des Lebens finden konnte, ohne dass sich Martin auch nur ansatzweise als starke Figur inszeniert hätte, der zu folgen sei. In zweiter Linie werde ich ihn dankbar erinnern als einen ebenso weitläufig vernetzten wie uneitlen Freund, ohne dessen Kontakte zum damals noch in Hamburg angesiedelten Rotbuch-Verlag ich mein „Popliteratur“-Büchlein vermutlich nie geschrieben hätte, da eigentlich Martin vom Verlag als Autor vorgesehen war, er aber wiederum der Meinung war, dass ich diesen Text schreiben solle und mich folglich an seiner Statt dem Verlag vorschlug. Da dieses kleine Büchlein in einer Phase meines Lebens eine zentrale Rolle spielte, wäre meine Biografie ohne ihn wohl anders verlaufen.

Wer Martin Büsser und sein unkorrumpiertes Engagement noch einmal virtuell sehen möchte, kann sich beispielsweise den Beitrag aus der 3Sat-Kulturzeit zur Initiative „I Can’t Relax in Deutschland“ von 2005 ansehen, an der sich Martin natürlich federführend beteiligt hat:

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In eigener Sache: Konferenzberichte ‚Collective Creativity’ (Sydney), ‚Das Ruhrgebiet als Rhizom’ (Bochum) und ‚Goethes Pagerank’ (Göttingen)

In den letzten Monaten war ich wieder viel unterwegs und habe auf einigen Konferenzen Vorträge zu den Themen „Hybride und multilinguale Literatur aus Belgien und Luxemburg“, „Literatur als Subversion“, „Literatur im Internet“, „Kollektives Schreiben“, „Adornos Moderne-Konzeption“ und „Das Ruhrgebiet in der Literatur“ gehalten. Diese Vorträge führten mich nach Sydney, Warschau, Antwerpen, Gent, Göttingen, Bochum und Duisburg. Es freut mich sehr, dass inzwischen zu einzelnen dieser Konferenzen Tagungsberichte erschienen sind, in denen auch die Thesen und Inhalte meiner Vorträge dargestellt werden.

Über meinen Vortrag auf dem Sydney Symposium 2009 zum Thema Collective Creativity, das vom 23.-26.07.2009 am Goethe Institut von Sydney in Australien stattfand, schreibt Anna König (Hinweis: Ich habe am Tagungsbericht mitgearbeitet, allerdings nicht an der Darstellung meines eigenen Vortrags):

„THOMAS ERNST (Luxembourg) questioned the claim that literature today does not have political effects. (mehr …)

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„Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur“ – gerade erschienen!

Wir schreiben das Jahr 2010, das Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt Europas – und jüngst ist die zweite literarische Anthologie von Florian Neuner und mir erschienen! Wir präsentieren in dieser Anthologie die Gegenwartsliteratur über das Ruhrgebiet in siebzehn ausgewählten Prosatexten von den 1980er Jahren bis heute. Damit geben wir erstmals einen Überblick über die ganze Bandbreite der Literatur, die seit dem Ende der industriellen Epoche über das Ruhrgebiet geschrieben wird. Die Anthologie versammelt auch überregional wahrgenommene Autoren aus dem Ruhrgebiet wie Hans Henning Claer, Helge Schneider oder Wolfgang Welt neben bekannten Autoren von außerhalb, die über ihre Arbeit und Besuche im Ruhrgebiet berichten, wie Sibylle Berg, Thomas Kapielski, Alexander Kluge, Katja Lange-Müller und Harry Rowohlt. Daneben finden sich auch einige echte Entdeckungen wie Franz Hodjak und Dezső Tandori, die der Ruhrgebietsliteratur neue Facetten hinzufügen. Ein materialreicher Essay von mir bietet zudem eine systematische Übersicht über das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur – von der erzählenden und experimentellen Prosa über die groteske, satirische und migrantische Literatur bis hin zur Pop- und Untergrundliteratur und zu den neuen Medien. Eine Vielfalt, die zum Weiterlesen einlädt und hier erstmals fundiert und umfassend versammelt wird!

Mehr Informationen zum Buch inklusive Inhaltsverzeichnis, Leseproben und Lieblingszitaten finden sich auf der eigenen Seite zum Buch. Zudem finden sich weitere Text-, Audio- und Videodateien zum Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur in einem eigenen Archiv.

 

Die Buchpräsentation findet am 21. Mai 2010, 16 Uhr, im neuen Medienhaus Mülheim an der Ruhr (Synagogenplatz 3) statt. Das Buch wird präsentiert von Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, dem Direktor des Ruhr Museums Essen, die beiden Herausgeber stehen anschließend zum Gespräch bereit.

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„SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart“ – das Buch online lesen

Zwar weiß ich nicht, wie sich die Debatte um die ‚Datenkrake‘ Google und ihren Zugriff auf das ‚geistige Eigentum‘ im Bereich der Buchkultur in Zukunft entwickeln wird, aber für die folgende Information ist dieser größere und zweifelsohne spannende Kontext zunächst einmal irrelevant:
Aktuell ist unser Sammelband SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart auf der umstrittenen Seite ‚Google Bücher‘ online lesbar. Der Band wurde in Medien wie DeutschlandRadio Kultur, Das Argument oder Malmoe als „qualitativ hochwertig“, „sehr einsichtig“, „spannend“ und „fundiert“ bewertet.
Viel Freude bei der Lektüre!

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