Zitate (3): Die deutsche Sprache

Wie sagte Flann O´Brien so schön:

Waiting for the German verb is surely the ultimate thrill.

Nicht nur die Postponierung des Verbs in der deutschen Sprache gibt Anlass zu Verzweiflung wie zu schelmischen Spielen. Der Philosoph Theodor W. Adorno mühte sich in seinem Versuch, eine ‚nicht-identische’ Form der Sprache und des Philosophierens zu entwickeln, um die größtmögliche Postponierung des Reflexivums ‚sich’. So zitiert ihn Eckhard Henscheid in einer Anekdote:

Das unpersönliche Reflexivum erweist in der Tat noch zu Zeiten der Ohnmacht wie der Barbarei als Kulmination und integrales Kriterium Kritischer Theorie sich.

Da mal drüber nachdenken. Entschuldigung: Darüber einmal.

Deutsch lernen mit Jean-Marie Pfaff

Im Oktober 1982 sollte es gewesen sein, als Uli Köhler den belgischen Schlussmann des FC Bayern München, nach dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig, zu dem von ihm gehaltenen Elfmeter befragte. Es ist erstaunlich, wie hartnäckig Köhler nachfragt, wenngleich Pfaff in reinstem Niederländisch antwortet. Aber sehen Sie selbst:

Dieses Video wird übrigens bis heute in Belgien genutzt, um Schülern deutlich zu machen, dass Deutsch gar nicht so schwierig sei. Schön, wenn man in einem deutschen Interview sagen darf:

Zij waren met meer voorspelers dan wij in de eerste helft.

Und Pfaff wurde bei der Wahl zum wichtigsten Belgier immerhin auf Platz 53 gewählt (en voor mijn Nederlandstalige vrienden: Hij belandde ook op nr. 4 in de door het blad Deng georganiseerde verkiezing van de Ergste Belg).