Anekdote: New York
Und dann war da noch die Kollegin, die mir für meine Zeit an der Columbia University mit auf den Weg gab:
„‚Thomas in New York’ - das klingt so ein bisschen wie ‚Kevin allein zu Haus’!”
Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Und dann war da noch die Kollegin, die mir für meine Zeit an der Columbia University mit auf den Weg gab:
„‚Thomas in New York’ - das klingt so ein bisschen wie ‚Kevin allein zu Haus’!”
Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Was sind Blogger? Wenn sie mehr betrachten als ihren eigenen Bauchnabel machen sie nichts anderes als das Rentnerduo Waldorf und Statler aus der Muppet Show: Blöd in der Loge rumhocken und die Abstrusitäten auf der Bühne des Lebens kommentieren. Als Hommage an die beiden werten Herren From the Balcony werde ich zukünftig unregelmäßig einige ihrer berühmten Schlussworte nach dem Abspann dokumentieren. Heute beginne ich mit einem kurzen Dialog, der vielleicht als Motto über meinem ganzen Blog stehen könnte:
-This show is awful.
-Terrible.
-Disgusting.
(Pause.)
-See you next week?
-´Course.
Angeblich hat Director Spike Jonze für die Produktion dieses Videos in Kalifornien nur 800 US-Dollar benötigt. Er selbst agiert unter dem Pseudonym Richard Koufey, auch Fatboy Slim ist am Ende unter den Zuschauern kurz zu sehen. Aber jetzt:
Let tonight´s performance be the best performance we´ve ever had.
Angesichts dieses höchst ironischen Videos könnte man glatt für einen Moment pathetisch werden und denken: Wenn man sich nur traut, die Begrenzungen der Diskurse (oder hier: der Absperrungen) zu überschreiten, ist Großes möglich. Oder nostalgisch und mit Herrn Marx gesprochen: Man müsste mal häufiger
den versteinerten Verhältnissen ihre eigene Melodie vorspielen und sie so zum Tanzen bringen,
und sei es auch nur im Eingangsbereich eines kapitalistischen Kinotempels…

USA, Montauk auf Long Island, August 2005
Wer von New York City etwa zwei Stunden in Richtung der Nordspitze von Long Island fährt, erreicht ebendort das ehemalige Fischerdorf Montauk, das nicht nur in einem Gedicht von Walt Whitman (From Montauk Point) und einem Lied von Billy Joel (The Downeaster Alexa) eine Rolle spielt, sondern auch der ebenso schonungslosen wie lesenswerten Erzählung von Max Frisch ihren Titel gab.
In Montauk (Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1981) stellt der altersweise Protagonist beispielsweise fest: „Es stört ihn, daß immer Erinnerungen da sind.“ (S. 9) Oder: „Es mehren sich die Toten als Freundeskreis.“ (S. 203)
Besonders gefällt mir der Satz:
Ich bin ein Narr und weiß es. (S. 149)
Wissen es aber auch jene, die dort am Strand von Montauk herumliegen und Frisch nicht gelesen haben?

USA, New York, Oktober 2005