| Wissenschaft
und Macht: |
INHALTSVERZEICHNIS 7 Thomas Ernst/Bettina
Bock von Wülfingen/Stefan Borrmann/Christian P. Gudehus
1. Grundlagen wissenschaftlicher Selbstreflexion 24 Helmut Heit
42 Kerstin Palm
58 Siegfried Jäger
65 Thomas Ernst
77 Oliver Geden
86 Tobias Erzmann
99 Stefan Borrmann
2. Im Betrieb der Wissenschaft 116 Steffani Engler
131 Christine Schreiber
143 Christian Forstner
159 Thomas Gondermann
173 Jürgen Roth
3. Wissenschaft in gesellschaftlicher Praxis 190 Rüdiger Löffelmeier
205 Jan Schneider
227 Oliver von Wrochem
238 Thomas Meinecke
4. Wissen zwischen Wirtschaft und Politik 250 Alex Demirovic
264 Morus Markard
281 Wolf Wagner
290 Bettina Kremberg
306 Stefan Matysiak
315 Michael Brodowski
Anhang 333 Die AutorInnen und HerausgeberInnen
REZENSIONEN "Was sich unter dem Titel ´Wissenschaft
und Macht` zunächst wie ein weiterer Sammelband anhört, in dem
einige Texte gut, einige neu, einige schlecht und im schlimmsten Fall sogar
überflüssig erscheinen, entpuppt sich als ausgesprochenes Highlight
in den Wirren der Sammelbände. (...) Vom wissenschaftlichen Text bis
zum Pop-Essay ist alles dabei. (...) Formulierte Ziele der HerausgeberInnen
sind Auseinandersetzungen mit poststrukturalistischen Theorien unter selbstkritischem
Blick auf die eigene Situation im wissenschaftlichen Apparat. Doch auf
einer darunter gelagerten Ebene kann dieses Buch als Handwerkszeug für
eine erfolgreiche Hochschulzeit verstanden werden. (...) Insgesamt ist
´Wissenschaft und Macht`, auch wenn Konkurrenztheorien ausgespart
wurden, ein gelungener Sammelband, der in sich dicht und stimmig ist."
"Irgend etwas müssen die Stipendiaten
der gewerkschaftnahen Hans-Böckler-Stiftung, als sie sich vor zwei
Jahren auf einer Tagung in Hattingen dem Komplex ´Wissenschaft und
Macht` näherten, richtig gemacht haben. (...) Was war passiert in
Hattingen? Keineswegs war der Aufstand geprobt worden. Es waren lediglich
junge Wissenschaftler zusammengekommen, die sich das Ideal einer kritischen
Wissenschaft nicht ausreden lassen wollten, sich auch Kritik an der aktuellen
Hochschulpolitik herausnahmen – teils nur hilflos an Bildungsideale appellierend,
teils aber treffend Machtstrukturen und Kapitalinteressen analysierend:
´als intellektuelle Verpflichtung gegen die Verallgemeinerung neoliberaler
Brutalität und Dummheit` (Morus Markard). Die Herausgeber des Tagungsbandes
räumen dabei sogar ein, mit ihrem Anspruch, ´die Kultur der
Wissenschaft und ihrer Publikationsweisen` zu reflektieren, nicht eben
sehr weit gekommen zu sein: ´Letztendlich ist auch dieser Band wieder
eine eher solide wissenschaftliche Anthologie geworden.` Im Rahmen einer
solchen Unternehmung darf es dann schon als gewagt gelten, daß Glossen
´zum Geistesleben` von Jürgen Roth und Auszüge aus einem
Roman von Thomas Meinecke aufgenommen wurden. So liegen die Qualitäten
des Bandes auch weniger auf der formalen denn auf der inhaltlichen Ebene.
Zwar geht Thomas Ernst in seinem als Lichtbildvortrag konzipierten Beitrag
satirisch mit den Konventionen der Wissenschaftssprache ins Gericht. Seine
Forderung, ´eine eigene Sprache zu finden, jenseits der Fußnotenmassaker
des Betriebs`, bleibt aber ohne Echo, sein Ideal eines Essayismus im Adornoschen
Sinne scheint niemand zu teilen. Die sonstigen Beiträge sind vielmehr
allesamt tatsächlich ´solide`, oft empirisch abgestützt,
und schaffen es im besten Fall, sich auf dieser Grundlage zu stichhaltiger
Kritik aufzuschwingen."
"Der Band ´Wissenschaft und Macht` analysiert
in 22 Aufsätzen die Grundlagen wissenschaftlicher Selbstreflexion,
beschreibt die Machtverhältnisse im Wissenschaftsbetrieb und versucht,
wissenschaftliche Einflüsse in der gesellschaftlichen Praxis dingfest
zu machen. (...)
"Alle Beiträge gehen von Annahme aus,
Wissenschaft sei eine gesellschaftliche Praxis, in der sich vielfältige
Interessen kreuzem, deren Effekte und Funktionsweisen von einer kritischen
Wissenschaft deshalb in den Blick genommen werden müssen. (...) Siegfried
Jäger und Thomas Ernst diskutieren wissenschaftliche Praxis auf der
Ebene der zum Einsatz kommenden ´Werkzeuge`. Sie arbeiten heraus,
dass Methoden und Sprache keine neutralen Instrumente, das heißt
lediglich Hilfsmittel oder Medium wissenschaftlicher Erkenntnisse sind,
sondern sich als disziplinierende und kontrollierende Regelsysteme erweisen.
(...) Auf der Ebene der Sprache argumentiert Ernst, dass ´Zitatsicherheiten`
nicht mehr herstellbar sind, und diese Situation die Frage aufwirft, welche
Funktion dann ´unserer wissenschaftlichen Aufgabe [zukommt], ein
Fußnotenmassaker nach dem nächsten anzurichten`?"
"Der Sammelband ist vom Interesse am wissenschafts-
und machtkritischen Potenzial des Poststrukturalismus und den Debatten
um Bildungspolitik und Hochschulreform motiviert. Zunächst werden
die erkenntnistheoretischen Bedingungen und Grenzen von Wissenschaft und
Forschungszweck diskutiert. (...) Weiterhin wird gefragt, unter welchen
Bedingungen Einzelne in der Wissenschaft erfolgreich sein können.
(...) Ferner wird der Legitimationsfunktion von Wissenschaft nachgegangen.
(...) Schließlich wird die Produktion von Wissen zwischen Ökonomisierung
und politischer Regulierung thematisiert. (...)
THOMAS ERNST: UND DIE WAHRHEIT STARB IM FUßNOTENMASSAKER. ZUR SPRACHE DER WISSENSCHAFT IM ZEITALTER IHRER DELEGITIMATION An dieser Stelle finden Sie einen exemplarischen Aufsatz vor mir aus dem Sammelband zum Downloaden. |