Post-Doc-Projekt bewilligt: Heimat und Hybridität? Globalisierte Identitäten in der Gegenwartsliteratur aus Luxemburg, Belgien und Deutschland

Es gibt sehr gute Nachrichten: Ab August 2008 hat das Ministère de la Culture, de l´Enseignement supérieur et de la Recherche des Großherzogtums Luxemburg mir ein Post-Doc-Projekt genehmigt, das ich an der Universität Luxemburg bei Prof. Dr. Georg Mein in der Germanistik durchführen werde. In diesem Projekt untersuche ich

die Frage, wie vor dem Hintergrund der ökonomischen, kulturellen und medialen Globalisierung noch Identität konstruiert wird, und ob sich in diesen Konstruktionen Hybridisierungen oder vielmehr Rückbesinnungen auf (neue Formen von) ‚Heimat’ zeigen.

Da das Medium Literatur in herausragender Weise die sprachliche Seite von Identitätskonzepten reflektiert und die Kategorie Identität immer auch sprachlich vermittelt wird, ist es äußerst wichtig, Prozesse der Identitätskonstruktion in literarischen Texten zu analysieren, gerade auch vor dem Hintergrund der kritischen oder auch utopischen Potenziale der Kunst. Im Zentrum der Untersuchung soll die Gegenwartsliteratur aus den mitteleuropäischen Nachbarländern Luxemburg, Belgien und Deutschland stehen, deren Diskurse um ihre nationale Identität auf sehr verschiedene Weisen funktionieren und die daher sehr differenzierte Forschungsergebnisse erwartbar machen.

Die komplette Projektbeschreibung können Sie als PDF downloaden, weitere Informationen zum Post-Doc-Projekt Sie sowohl auf diesen Seiten als auch auf den Seiten der Germanistik an der Universität Luxemburg.

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3 Gedanken zu „Post-Doc-Projekt bewilligt: Heimat und Hybridität? Globalisierte Identitäten in der Gegenwartsliteratur aus Luxemburg, Belgien und Deutschland

  1. Dirk

    a) Herzlichen Glückwunsch, das klingt großartig spannend!

    b) Wieso steht das „noch“ in der Projektbeschreibung (… ökonomischen, kulturellen und medialen Globalisierung NOCH Identität konstruiert wir …“)? Kann man auch ohne Identität leben? Vergleiche dazu dieses Interview auf jetzt.de.

    c) Wer hat deinen Prof eigentlich so erschreckt?

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  2. Thomas Ernst

    a) Ich danke vielmals und finde es – logischerweise – selber ganz spannend!
    b) Nun ja, wenn man vereinfachend unter ‚Identität‘ (von lat. ‚idem‘, dasselbe) die dauerhafte mit sich selbst eine abgrenzbare Einheit bildende Existenzweise eines ‚mündigen Individuums‘ versteht, so stellt die ökonomische, kulturelle und mediale Globalisierung dieses aufklärerische Konzept von abgrenzbarer Individualität in Frage. Dies zeigt ja auch der Artikel über den „Aufstand der Gesichtslosen“ (oder ein Buch wie „Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus“ von Richard Sennett).
    c) Ich glaube nicht, dass sich Georg Mein von irgendetwas erschrecken lässt, sondern würde seine Miene anders beschreiben: Er schaut, wie es sich für einen guten und kritischen Wissenschaftler gehört, skeptisch, distanziert und vielleicht sogar überrascht auf diese sonderbare Welt.

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  3. Dietmar

    Fein, wie der ehemalige Landesvater Johannes Rau versucht hat, eine nordrhein-westfälische Identität in einem Leitspruch zu verfestigen: Neidvoll auf die Bajuwaren blickend („Wir Bayern“) zeigten die folgenden Untersuchungen, dass es ein „Wir Nordrhein-Westfalen“ nicht gibt. So hieß es dann bald mangels landsmännisch nicht vorhandener Identität „Wir in Nordrhein-Westfalen“.
    Ob da noch was wächst?

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