Online-Petition zu Open Access – das Kind mit dem Bade?

Vor einiger Zeit habe ich mich ausführlich mit den Folgen des digitalen Zeitalters für die Literatur, die Wissenschaft und ihre Veröffentlichungspraxis beschäftigt und einige Resonanz auf meinen Kulturrevolutionären Appell erhalten. Aktuell gewinnt das Thema weitere Brisanz, da dem Deutschen Bundestag die Petition Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen vorgelegt worden ist, die den Bundestag davon überzeugen will,

„dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen.“

Zwar habe ich eine große Sympathie für die UnterzeichnerInnen der Petition, glaube jedoch zugleich, dass man das Ganze differenzierter betrachten sollte. Wer möchte, kann sich meinen Aufsatz Das Internet und die digitale Kopie als Chance und Problem für die Literatur und die Wissenschaft. Über die Verabschiedung des geistigen Eigentums, die Transformation der Buchkultur und zum Stand einer fehlgeleiteten Debatte aus der letzten Ausgabe der Zeitschrift kultuRRevolution. zeitschrift für angewandte diskurstheorie noch einmal ansehen, in dem ich dafür plädiere, weder die Initiativen für Open Access als den Untergang literarischer Bildung und der Wissenschaftsfreiheit zu betrachten, noch daran zu glauben, im Zeitalter von Digitalisierung und Open Access werde allein schon aufgrund der neuen medialen Möglichkeiten alles gut.

Und noch ein kleiner Tipp in eigener Sache: Im Sinne von Open Access und einer Creative Commons Licence (some rights reserved) lassen sich aus meinem Schaffen etliche Video-, Audio-, Foto- und Textdateien auf meiner Website kostenlos downloaden.

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