Zwischen Plagiat und Intertextualität: Helene Hegemann und die Literatur in der Wissensgesellschaft nach der digitalen Revolution

Die medialen Effekte der digitalen Revolution sind immens – und werden in den kommenden Dekaden noch weitere radikale Folgen mit sich bringen. Wie normal uns heute bereits eine mediale Umgebung mit all ihren Möglichkeiten erscheint, die vor 23 Jahren noch mühsam vom Fernsehen erschlossenen werden musste und wie eine Szene aus einem Science Fiction wirkte, ist kaum zu glauben. Die Verbindung einer Schreibmaschine mit einem PC wurde als Revolution gefeiert, die Speicherkapazität einer CD-Rom noch in Konversationslexika-Bänden aufgerechnet, ein schnurloses Telefon kostete 1700 Mark und der Moderator sprach von einer ‚Tastatatur’… Doch sehen Sie selbst, wie es bei der Computermesse CEBIT ´87 aussah:

Dieses Video werde ich bald als Ausgangspunkt eines Vortrags verwenden, den ich in Göttingen halten werde. Die Folgen der digitalen Revolution für das Feld der Literatur werden nämlich auf der von Heinz Ludwig Arnold, Matthias Beilein, Claudia Stockinger und Simone Winko organisierten Konferenz Wertung, Kanon und die Vermittlung von Literatur in der Wissensgesellschaft thematisiert, auf der ich am Sonntag, 7.2., um 14 Uhr, zum Thema Wer hat Angst vor Goethes Pagerank? Die digitale Distribution von Literatur und die Aufmerksamkeitsökonomie des Internets sprechen werde.
Zumindest am Rande thematisiere ich dabei auch die aktuellen Auseinandersetzungen um Helene Hegemanns Roman Axolotl Roadkill und die vom Blogger Deef Pirmasens aufgebrachten Plagiatsvorwürfe gegen den Text, der sich unter anderem am Roman Strobo des Bloggers Airen bedient habe. Dazu hat Kollege Dirk von Gehlen unter dem Titel Die Verteidigung des Remix gegen den Betrug einige wichtige Feststellungen getroffen. Ich werde mich allerdings in meinem Vortrag eher dem sich verschiebenden Verhältnis zwischen Buch-Literatur und Internet-Literatur sowie zwischen printmedialer und bloggender Literaturkritik beschäftigen, die sich momentan in einem Paradigmenwechsel befinden, für den die Debatte um Hegemann nur ein erstes Symptom ist. Mehr dazu spätestens, wenn der Konferenzband in Buchform erschienen ist…

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