Schlagwort-Archive: Digital Humanities

Konsenspapier veröffentlicht: „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“

Aus der Konferenz „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ ist ein Konsenspapier „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“ hervorgegangen, das knapp fünfzig Erstunterzeichner*innen gefunden hat und zur weiteren Unterzeichnung bereitsteht. Ich werde das Papier im Folgenden dokumentieren, es kann jedoch auf der Konferenzseite selbst unterzeichnet werden.

Die Produktion dieses Textes entsprach übrigens selbst den Gepflogenheiten kollaborativer digitaler Schreibprozesse, in deren Verlauf verschiedene Soziale Medien, Plattformen und Tools genutzt wurden:

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Netzliteraturwissenschaft: Plattform und Mailingliste

Die vernetzte digitale Gesellschaft hält für die Literaturwissenschaft viele neue Herausforderungen bereit: die literarische Produktion auf Plattformen (Twitteratur, Instapoesie, Fan Fiction), das Social Reading und das Crowfunding literarischer Projekte sind nur einzelne Beispiele. Als Folge stehen etablierte Begriffe wie ‚das Werk‘ in Frage, ein neues Verständnis der Lektüreprozesse wird notwendig, neue kooperative Geschäfts- und offene Rechtsmodelle müssen untersucht werden, in der Vermittlung steht nun die Digital Literacy, die kritische Perspektive nennt sich Netz- und Plattformkritik.

In meiner Habilitationsschrift, die 2021 veröffentlicht wird, entwerfe ich daher eine Netzliteraturwissenschaft, die das notwendige interdisziplinäre und internationale Wissen, das die Literaturwissenschaft zur Erforschung von Literatur in Sozialen Medien benötigt, sammeln, reflektieren und weiterentwickeln soll. Auf dieser Webseite werden bald weitere Informationen dazu verfügbar gemacht, in der zweiten Jahreshälfte 2020 wird eine Plattform zur Netzliteraturwissenschaft aufgebaut, weitere Projekte sind für 2021 in Planung. Wenn Sie über diese Entwicklungen (unregelmäßig und in längeren Abständen) informiert werden möchten, können Sie die Netzliteraturwissenschaft-Mailingliste abonnieren. Senden Sie dann gerne eine Email an thomas.ernst [AT] uantwerpen.be mit dem Betreff „Netzliteraturwissenschaft“. Wir lesen uns.

Konferenz „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ (25./26.8.2020)

Als Mitte März die Corona-Pandemie die Umstellung der Lehre auf einen reinen digitalen Unterricht erforderte, haben sich Teile der germanistischen Fachcommunity am Aufbau des digitalen Portals „Digitale Lehre Germanistik“ auf den Seiten des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel beteiligt. Gemeinsam mit anderen Kolleg*innen war ich daran beteiligt, verschiedene Vorschläge für eine konstruktive Selbstreflexion innerhalb der Germanistik zu formulieren, damit wir diesen Prozess restrospektiv aufarbeiten könnten.

Es freut mich sehr, dass es nun am 25. und 26. August 2020 eine digitale Konferenz geben wird, auf der etwa 30 Beitragende aus vier Kontinenten Weiterlesen

Konferenz "Digitale Lehre Germanistik" (2020)

Call for papers veröffentlicht: Konferenz „Digitale Lehre Germanistik“ (bis 31.07.2020)

Bereits vor dem Coronasemester haben einige Kolleg*innen und ich die Notwendigkeit formuliert, dass die Germanistik die Umstellung auf digitale Lehre während der Covid-19-Pandemie in einem Prozess konstruktiver Selbstreflexion aufarbeiten müsse. Die öffentliche Debatte über Präsenzlehre, digitale Lehre und Blended Learning hat noch einmal gezeigt, wie wichtig eine solche differenzierte Auseinandersetzung ist.

Gemeinsam mit den Kolleg*innen Kai Bremer (Osnabrück), Jan Horstmann (MWW), Andrea Geier (Trier), Ariane Rau (Frankfurt am Main), Thorsten Ries (Gent/Regensburg) und Claudia Sittig (Rostock) organisiere ich nun eine entsprechende virtuelle Konferenz, die am 25./26. August 2020 stattfinden wird und für die bis zum 31. Juli noch Beitragsvorschläge eingereicht werden können. Der Call findet sich hier:

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Call for papers veröffentlicht: Konferenz „Korrigieren – eine Kulturtechnik“ (bis 17.05.2020)

Heute haben Dr. Iuditha Balint und ich das Call for papers für unsere gemeinsame Konferenz veröffentlicht, die sich im November mit dem Thema „Korrigieren – eine Kulturtechnik“ befassen wird. Ausgangspunkt ist es einerseits, dass die digitale Vernetzung und die sozialen Medien uns in ganz anderer Weise ermöglichen, literarische und wissenschaftliche Texte in einer kollaborativen Zusammenarbeit zu korrigieren und zu verbessern. Andererseits halten wir diesen Bereich der Schreibarbeit noch für zu wenig erforscht – insbesondere auch in seiner Bedeutung für Schreibprozesse und Autorschaftsmodelle. Das Call for papers findet sich unter anderem hier.

Dr. Iuditha Balint ist die Direktorin des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und hat mich zur Partizipation an diesem Projekt eingeladen, wofür ich sehr dankbar bin. Unterstützt werden wir bei diesem Projekt von ihrer Mitarbeiterin Janneke Eggert. Es ist vorgesehen, dass die von uns eingeladenen Beiträger*innen ihre Reise- und Hotelkosten erstattet bekommen. Sollte die gemeinsame Bekämpfung der COVID19-Pandemie es ratsam erscheinen lassen, fände die Konferenz in einem digitalen Kommunikationsraum statt.

Wenn im laufenden Semester die Lehre digital wird: Das Beispiel Belgien

Nein, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Im letzten Jahr habe ich meinen Habilitationsprozess an der Universität Duisburg-Essen erfolgreich mit einer Schrift über Literatur und Literaturwissenschaft im Zeitalter der Sozialen Medien abgeschlossen. Ein Kapitel dieser Arbeit widmet sich der Frage, welche Potenziale die Sozialen Medien für die digitale Lehre und die Veröffentlichungspraxis der Germanistik offerieren und wie diese fruchtbar gemacht werden könnten. Es wurde mir klar, dass diese Potenziale zwar groß sind, in der Umsetzung aber auch viel daneben gehen kann und – vor allem – dass es noch viel auszuprobieren gäbe.

Deutschland: Debatte um digitale Lehre und ein #Nichtsemester

Aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt: Dass wir nun in der „größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ (UN), so groß muss man wohl denken, gezwungen sein würden, unsere komplette Hochschullehre in kürzester Zeit auf ihre digitale Form umzustellen. Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronovirus sind zunächst einmal ein gesamtgesellschaftliches Problem und insbesondere für die Risikogruppen hochrelevant. Ein Effekt dieser wichtigen Maßnahmen ist für meine Kolleg*innen und mich allerdings, dass sie als struktureller Zwang nun eine nur auf Temporalität angelegte Disruption der Lehre auslösen werden.

Eine ‚digitale Revolution‘ lässt sich unter diesen Vorzeichen kaum sinnvoll umsetzen. In Deutschland gibt es daher, ausgehend von einem von den Kolleginnen Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU München), Prof. Dr. Andrea Geier (Trier) und Prof. Dr. Ruth Mayer (Hannover) initiierten offenen Brief, eine Debatte, ob das Sommersemester 2020 nicht besser ein Nicht-Semester werden sollte. Der Brief weist berechtigterweise darauf hin, dass die Online-Lehre „eine besondere, eigene, voraussetzungsreiche Variante der Lehre“ ist und sehr „gründlich vorbereitet“ werden müsse, wofür die Zeit nun kaum reiche. Spezifische Probleme des deutschen Hochschulsystems – die Befristung der allermeisten Stellen, die hohen Lehrdeputate vieler Kolleg*innen – sowie die schwierigen ökonomischen und sozialen Situationen vieler Studierenden stünden jedoch dieser notwendigen gründlichen Vorbereitung im Wege. Die Forderung der Verfasserinnen, das Sommersemester vor diesem Hintergrund in ein besonders flexibles ‚Nicht-Semester‘ umzuwandeln, wurde innerhalb von drei Tagen von mehr als 1.300 Kolleg*innen erstunterzeichnet.

Belgien: Umstellung auf digitale Lehre im laufenden Semester

Als in Belgien Lehrender ist meine Situation allerdings eine andere, denn die Studienjahre sind anders strukturiert. Mich erwischten die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Verbreitung in einem laufenden Semester, denn hier Weiterlesen

Vorträge 2018 (1): Mediale Subversion, Literatur in sozialen Medien, verbotene Bücher und Kritische digitale Kulturwissenschaft

Es freut mich sehr, dass ich in den kommenden Monaten meine Forschungsarbeiten und Thesen an deutschen und niederländischen Universitäten präsentieren und diskutieren darf. Die Fachgruppe Komparatik der Georg-August-Universität Göttingen hat mich eingeladen, im Rahmen ihrer öffentlichen Vortragsreihe Formen und Narrative politischen Protests zu sprechen. In meinem Vortrag werde ich mich mit der Frage Paradigmenwechsel des ästhetischen Protests? Von engagierter Literatur zu medialer Subversion beschäftigen (Dienstag, 23.1.2018, 17 Uhr, Platz der Göttinger Sieben, ZHG 008). Direkt einen Tag später spreche ich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen der Ringvorlesung Bestandsaufnahmen. Literatur im (post-)digitalen Zeitalter, die das Interdisziplinäre Zentrum für Literatur und Kultur der Gegenwart (IZG) organisiert. Mein Vortrag trägt den Titel Jenseits von Buch, Verlag und Buchhandel (1): Literarische Produktivität in Sozialen Medien und bezieht sich indirekt auf den Vortrag Jenseits von Buch, Verlag und Buchhandel (2) von Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, die eine Woche später sprechen wird (Mittwoch, 24.1.2018, 18 Uhr, KH 1.020, Universitätsstr. 15, Erlangen).

Der jährliche Abendkurs der Vereniging van Germanisten aan de Nederlandse Universiteiten beschäftigt sich 2018 mit dem Thema Verbotene Bücher! Ich habe die Freude, unter dem Titel Bücherverbote in der deutschen Literatur: Begriffe, Geschichte und Gegenwart. Eine diskursanalytische Einführung den Einführungsvortrag halten zu dürfen (Mittwoch, 7.2.2018, 19:15 Uhr, Utrecht, Drift 25, zaal 005). Schließlich hat das Organisationskomitee der DHd2018-Konferenz zum Thema Kritik der digitalen Vernunft meinen Beitrag Critical Digital Cultural Studies: Digitale Kulturwissenschaft und die Kritik des Mem-Begriffs eingeladen (Freitag, 2.3.2018, 11 Uhr, Universität zu Köln).

UvA: Studentische Konferenzen und Gastvorlesung 2018

Es ist eine erfreuliche Priorität der Universiteit van Amsterdam, ihren Studierenden schon in den BA-Studiengängen eigene Präsentationen auf studentischen Konferenzen zu ermöglichen. In der zweiten Hälfte des Studienjahres 2017/18 betrifft dies gleich zwei meiner Seminare: Am Mittwoch, 31.1.2018, werden die Studierenden meines BA-Seminars Digitaal Duitsland ihre Gruppenprojekte aus den Bereichen Digitale Bildung, Digitales Schreiben und Publizieren sowie Digitales Forschen auf einer Abschlusskonferenz öffentlich präsentieren (31.1., 12:30-17:30 Uhr, P.C. Hoofthuis 5.55). Zum Abschluss des Seminar Germanistiek, das unsere BA-Studierenden auf ihre BA-Abschlussarbeit vorbereitet, werden wir am 22. und 23. März 2018 gemeinsam mit Dr. Angela Mielke von der Universität zu Köln eine studentische Konferenz durchführen, bei die Studierenden aus Amsterdam und Köln ihre Projekte präsentieren und diskutieren werden. In diesem Jahr Weiterlesen

Politische und digitale Literatur: Meine Vorträge 2017

Es freut mich sehr, dass ich 2017 auf vier wichtigen Konferenzen meine Forschungsarbeit über politische und digitale Literatur präsentieren darf:

Vom Urheber zur Crowd, vom Werk zur Version, vom Schutz zur Öffnung? Kollaboratives Schreiben und Bewerten in den Digital Humanities

In der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (Sonderband Nr. 1: „Grenzen und Möglichkeiten der Digital Humanities“, hg. von Dr. Thomas Stäcker und Dr. Constanze Baum) ist mein Aufsatz „Vom Urheber zur Crowd, vom Werk zur Version, vom Schutz zur Öffnung? Kollaboratives Schreiben und Bewerten in den Digital Humanities“ erschienen, der auf einen Vortrag bei der DHd-Konferenz 2014 Digital Humanities – methodischer Brückenschlag oder ‚feindliche Übernahme‘? Chancen und Risiken der Begegnung zwischen Geisteswissenschaften und Informatik-Konferenz zurückgeht. Der Aufsatz wurde zudem angeregt durch die Mitglieder der AG Publizieren im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum und die Aktivitäten der AG Potenziale digitaler Medien in der Wissenschaft der Global Young Faculty III, der ich zudem für ihre besondere Unterstützung danke.

Da der Aufsatz u.a. die These vertritt, dass digitale Medien den Geisteswissenschaften einen weitaus kritischeren, transparenteren und produktiveren Austausch über Veröffentlichungen ermöglichen, der im besten Fall zu verbesserten Versionen einer Veröffentlichungen führen kann, würde ich mich über kritische Kommentare zum Aufsatz sehr freuen, die unter diesem Posting hinterlassen oder per Email (s.o.) an mich geschickt werden können.

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