Schlagwort-Archive: Digitale Medien

Konsenspapier veröffentlicht: „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“

Aus der Konferenz „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ ist ein Konsenspapier „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“ hervorgegangen, das knapp fünfzig Erstunterzeichner*innen gefunden hat und zur weiteren Unterzeichnung bereitsteht. Ich werde das Papier im Folgenden dokumentieren, es kann jedoch auf der Konferenzseite selbst unterzeichnet werden.

Die Produktion dieses Textes entsprach übrigens selbst den Gepflogenheiten kollaborativer digitaler Schreibprozesse, in deren Verlauf verschiedene Soziale Medien, Plattformen und Tools genutzt wurden:

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„Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ – ein Konferenzbericht in Tweets

Ich hatte die große Freude, als Mitorganisator die Konferenz über digitale Lehre in der Germanistik während und nach Corona vorbereiten, einleiten und begleiten zu dürfen, die am 25. und 26. August 2020 (logistisch unterstützt vom Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel) stattfand. Es war schier unglaublich, dass wir in nur zwei Monaten Vorbereitungszeit dieses Format produktiv machen konnten, mit 200 angemeldeten Teilnehmer*innen, dreißig Vortragenden aus vier Kontinenten und sehr inspirierenden Beiträgen und Diskussionen!

Die Konferenz wird auf vielfältige Weise nachhallen, unter anderem durch das Konsenspapier „Das brauchen wir: 8 Anforderungen an die zukünftige Lehre in der Germanistik“. Bald werden auch die Vorträge und Chatverläufe auf der Konferenzseite abrufbar sein. Einstweilen mag ein Konferenzbericht einen Einblick geben, wie produktiv diese Konferenz war; dem digitalen Format der Konferenz angemessen erscheint mir ein Konferenzbericht in ausgewählten Tweets:

Gesamtbewertung der Konferenz

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Netzliteraturwissenschaft: Plattform und Mailingliste

Die vernetzte digitale Gesellschaft hält für die Literaturwissenschaft viele neue Herausforderungen bereit: die literarische Produktion auf Plattformen (Twitteratur, Instapoesie, Fan Fiction), das Social Reading und das Crowfunding literarischer Projekte sind nur einzelne Beispiele. Als Folge stehen etablierte Begriffe wie ‚das Werk‘ in Frage, ein neues Verständnis der Lektüreprozesse wird notwendig, neue kooperative Geschäfts- und offene Rechtsmodelle müssen untersucht werden, in der Vermittlung steht nun die Digital Literacy, die kritische Perspektive nennt sich Netz- und Plattformkritik.

In meiner Habilitationsschrift, die 2021 veröffentlicht wird, entwerfe ich daher eine Netzliteraturwissenschaft, die das notwendige interdisziplinäre und internationale Wissen, das die Literaturwissenschaft zur Erforschung von Literatur in Sozialen Medien benötigt, sammeln, reflektieren und weiterentwickeln soll. Auf dieser Webseite werden bald weitere Informationen dazu verfügbar gemacht, in der zweiten Jahreshälfte 2020 wird eine Plattform zur Netzliteraturwissenschaft aufgebaut, weitere Projekte sind für 2021 in Planung. Wenn Sie über diese Entwicklungen (unregelmäßig und in längeren Abständen) informiert werden möchten, können Sie die Netzliteraturwissenschaft-Mailingliste abonnieren. Senden Sie dann gerne eine Email an thomas.ernst [AT] uantwerpen.be mit dem Betreff „Netzliteraturwissenschaft“. Wir lesen uns.

Konferenz „Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik“ (25./26.8.2020)

Als Mitte März die Corona-Pandemie die Umstellung der Lehre auf einen reinen digitalen Unterricht erforderte, haben sich Teile der germanistischen Fachcommunity am Aufbau des digitalen Portals „Digitale Lehre Germanistik“ auf den Seiten des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel beteiligt. Gemeinsam mit anderen Kolleg*innen war ich daran beteiligt, verschiedene Vorschläge für eine konstruktive Selbstreflexion innerhalb der Germanistik zu formulieren, damit wir diesen Prozess restrospektiv aufarbeiten könnten.

Es freut mich sehr, dass es nun am 25. und 26. August 2020 eine digitale Konferenz geben wird, auf der etwa 30 Beitragende aus vier Kontinenten Weiterlesen

Konferenz "Digitale Lehre Germanistik" (2020)

Call for papers veröffentlicht: Konferenz „Digitale Lehre Germanistik“ (bis 31.07.2020)

Bereits vor dem Coronasemester haben einige Kolleg*innen und ich die Notwendigkeit formuliert, dass die Germanistik die Umstellung auf digitale Lehre während der Covid-19-Pandemie in einem Prozess konstruktiver Selbstreflexion aufarbeiten müsse. Die öffentliche Debatte über Präsenzlehre, digitale Lehre und Blended Learning hat noch einmal gezeigt, wie wichtig eine solche differenzierte Auseinandersetzung ist.

Gemeinsam mit den Kolleg*innen Kai Bremer (Osnabrück), Jan Horstmann (MWW), Andrea Geier (Trier), Ariane Rau (Frankfurt am Main), Thorsten Ries (Gent/Regensburg) und Claudia Sittig (Rostock) organisiere ich nun eine entsprechende virtuelle Konferenz, die am 25./26. August 2020 stattfinden wird und für die bis zum 31. Juli noch Beitragsvorschläge eingereicht werden können. Der Call findet sich hier:

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Die Onlinelehre verbessern, nicht einfach nur zurück zur Präsenzlehre

Drei Viertel des Twittercampus wollen im WS 2020/21 weiterhin online lehren.

Ein offener Brief, der zur schnellstmöglichen Rückkehr zur Präsenzlehre an den Universitäten aufruft, ist jüngst von über 2.000 Professor*innen unterzeichnet worden. Er stellt die „Präsenzlehre“ einseitig den „virtuellen Formaten“ gegenüber und wertet die digitale Lehre ab. Da mein Eindruck jedoch ist, dass die gute Lehre der Zukunft gerade aus der sinnvollen Verschränkung von digitalen und Präsenzelementen bestehen sollte, habe ich auf Twitter ein Meinungsbild hierzu erstellt. Das Ergebnis: Von denjenigen, die sich unter dem Hashtag #Twittercampus austauschen, wollen im kommenden Semester zur „Präsenzlehre wie früher“ nur 6,5 % zurückkehren, während 76,4 % weiterhin an der Onlinelehre festhalten wollen (in verbesserter Form oder mit Präsenzelementen).

Dieses Meinungsbild mag für jene Lehrenden stehen, die sich als Wissenschaftler*innen auch auf Sozialen Medien bewegen und der Online-Lehre offener gegenüber stehen. Die Debatte über die Hochschullehre sollte sich deshalb nicht nur darauf richten, wie man schnellstmöglich wieder zur ‚alten Lehre‘ zurückkehren kann. Die Universitäten müssen die Coronaphase unbedingt nutzen, um kurzfristig die Online-Lehre und damit auch langfristig das Blended Learning zu verbessern.

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Wo Coronasemester war, soll gutes Blended Learning werden: Digitale Lehrerfahrungen 2020 und Empfehlungen für eine bessere Zukunft

Artikel in FAZ und Welt vom 23./24.5.2020

Nun sagt, wie halten wir es zukünftig mit der digitalen Lehre? Diese neue Gretchenfrage der Hochschullehre stellt sich in neuer Form, denn der aktuelle Forschungsstand zur Covid-19-Pandemie lässt Präsenzunterricht vorerst wenig ratsam erscheinen. Die ersten Universitäten wie die University of Cambridge deklarieren folglich bereits das komplette Studienjahr 2020/21 zum Online-Lehrjahr. Gegen diese nahe liegende Entwicklung polemisieren nun konservative Medien: Thomas Thiel behauptet jüngst in der FAZ, dass „das digitale Einheitsprodukt billiger ist als das physische Seminar vor Ort“ und letztlich nur Medienkonzernen wie Bertelsmann und Microsoft diene; Susanne Gaschke proklamiert in der Welt gar „das Ende der Universität, wie wir sie kannten“. Auch eine linke Aktivistin wie Naomi Klein problematisiert den Digitalunterricht als Teil einer „High-Tech Dystopia“, die sie in The Intercept als Teil des „Screen New Deal“ diffamiert.

Es ist weise, diese sozialen und ökonomischen Gefahren im Blick zu behalten. Zur Weisheit gehört jedoch auch, diese Thesen mit konkreten Erfahrungen in der Hochschullehre abzugleichen. Es gibt bereits entsprechende Threads zu den Artikeln von Thiel und Gaschke, in denen Kolleg*innen diese Meinungsbeiträge als „antiakademische Polemik“ in Kombination mit „Technikfeindlichkeit“ (@miriamzeh) bzw. „Unfassbarer Schmarrn“ (@ArminNassehi) und „quasi argumentfrei“ (@drbieber) bewerten. Im Gegensatz dazu müssten auch die positiven Erfahrungen berücksichtigt werden, denn: „Wir werden das Gute aus der Online-Lehre behalten, und damit die Präsenzlehre aufwerten.“ (@nettwerkerin)

Da bei uns in Belgien das Sommersemester früher liegt als in Deutschland (von Februar bis Mai), erwischte uns die Umstellung auf reinen Online-Unterricht mitten im laufenden Semester. Das war im März eine enorme Herausforderung, ermöglicht mir nun jedoch, bereits anderthalb Monate vor den Kolleg*innen aus Deutschland ein vorläufiges Fazit dieser digitalen Lernerfahrungen und vor allem Empfehlungen für 2020/21 zu formulieren. Weiterlesen

Vorträge im Februar 2020: Gegenwart, Populismen, Freiheit

Plakat der Bonner Konferenz zu Pop und Populismen

Ich freue mich, im Februar auf gleich drei Konferenzen meine Forschungsarbeiten präsentieren und diskutieren zu dürfen. Zunächst bin auf gleich zwei Konferenzen in Bonn: Zunächst darf ich auf der Konferenz „Figur(ation)en der Gegenwart“ des Bonner DFG-Graduiertenkollegs 2291 am 6. Februar über „Das Netzwerk als Prozess. Digitale Präsenz in der Literatur und als Literatur“ sprechen. Dann wechsle ich zur 12. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien in der Gesellschaft für Medienwissenschaft, die sich mit dem Thema „‚The People vs. The Power Bloc‘ (?) – Interdisziplinäre Perspektiven auf Pop und Populismen“ beschäftigen wird. Dort spreche ich in einem selbstreflexiven Vortrag über „Von ‚Faserland‘ zum Vaterland? Eine Revision umstrittener Thesen zur Neuen Deutschen Popliteratur“ und treffe unter anderem die Kolleginnen Dr. Charis Goer (Utrecht, Organisatorin) und Dr. Melanie Schiller (Groningen).

Am 20./21. Februar wird mein Paper mit dem Titel „Nach dem geistigen Eigentum: Neue Geschäfts- und Rechtsmodelle der Netzliteratur in der Praxis“ auf der interdisziplinäre Fachtagung „Tipping Points – Zum Verhältnis von Freiheit und Restriktion im Urheberrecht“ des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft und des Fachausschusses Urheberrecht der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung in Berlin präsentiert und diskutiert.

Vorträge 2018 (1): Mediale Subversion, Literatur in sozialen Medien, verbotene Bücher und Kritische digitale Kulturwissenschaft

Es freut mich sehr, dass ich in den kommenden Monaten meine Forschungsarbeiten und Thesen an deutschen und niederländischen Universitäten präsentieren und diskutieren darf. Die Fachgruppe Komparatik der Georg-August-Universität Göttingen hat mich eingeladen, im Rahmen ihrer öffentlichen Vortragsreihe Formen und Narrative politischen Protests zu sprechen. In meinem Vortrag werde ich mich mit der Frage Paradigmenwechsel des ästhetischen Protests? Von engagierter Literatur zu medialer Subversion beschäftigen (Dienstag, 23.1.2018, 17 Uhr, Platz der Göttinger Sieben, ZHG 008). Direkt einen Tag später spreche ich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen der Ringvorlesung Bestandsaufnahmen. Literatur im (post-)digitalen Zeitalter, die das Interdisziplinäre Zentrum für Literatur und Kultur der Gegenwart (IZG) organisiert. Mein Vortrag trägt den Titel Jenseits von Buch, Verlag und Buchhandel (1): Literarische Produktivität in Sozialen Medien und bezieht sich indirekt auf den Vortrag Jenseits von Buch, Verlag und Buchhandel (2) von Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, die eine Woche später sprechen wird (Mittwoch, 24.1.2018, 18 Uhr, KH 1.020, Universitätsstr. 15, Erlangen).

Der jährliche Abendkurs der Vereniging van Germanisten aan de Nederlandse Universiteiten beschäftigt sich 2018 mit dem Thema Verbotene Bücher! Ich habe die Freude, unter dem Titel Bücherverbote in der deutschen Literatur: Begriffe, Geschichte und Gegenwart. Eine diskursanalytische Einführung den Einführungsvortrag halten zu dürfen (Mittwoch, 7.2.2018, 19:15 Uhr, Utrecht, Drift 25, zaal 005). Schließlich hat das Organisationskomitee der DHd2018-Konferenz zum Thema Kritik der digitalen Vernunft meinen Beitrag Critical Digital Cultural Studies: Digitale Kulturwissenschaft und die Kritik des Mem-Begriffs eingeladen (Freitag, 2.3.2018, 11 Uhr, Universität zu Köln).

UvA: Studentische Konferenzen und Gastvorlesung 2018

Es ist eine erfreuliche Priorität der Universiteit van Amsterdam, ihren Studierenden schon in den BA-Studiengängen eigene Präsentationen auf studentischen Konferenzen zu ermöglichen. In der zweiten Hälfte des Studienjahres 2017/18 betrifft dies gleich zwei meiner Seminare: Am Mittwoch, 31.1.2018, werden die Studierenden meines BA-Seminars Digitaal Duitsland ihre Gruppenprojekte aus den Bereichen Digitale Bildung, Digitales Schreiben und Publizieren sowie Digitales Forschen auf einer Abschlusskonferenz öffentlich präsentieren (31.1., 12:30-17:30 Uhr, P.C. Hoofthuis 5.55). Zum Abschluss des Seminar Germanistiek, das unsere BA-Studierenden auf ihre BA-Abschlussarbeit vorbereitet, werden wir am 22. und 23. März 2018 gemeinsam mit Dr. Angela Mielke von der Universität zu Köln eine studentische Konferenz durchführen, bei die Studierenden aus Amsterdam und Köln ihre Projekte präsentieren und diskutieren werden. In diesem Jahr Weiterlesen