Buchpräsentation „Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur”

Gestern haben Florian Neuner und ich im neuen Medienhaus von Mülheim an der Ruhr unsere neue literarische Anthologie „Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur” präsentiert, eingeführt von dem Leiter des assoverlags, Ernst Gerlach, und ausführlich vorgestellt vom Leiter des Ruhr Museums, Prof. Dr. Ulrich Borsdorf. Florian und ich haben uns zudem sehr gefreut, dass der von uns sehr geschätzte Autor und Literaturwissenschaftler Jürgen Link, die Leiterin des Fritz-Hüser-Instituts, Hanneliese Palm, sowie mit Holger BergmannKlaus-Peter Böttger und Dirk Schneider einige der wichtigsten (im Falle Böttgers: ehemaligen) Kulturvermittler aus Mülheim vor Ort waren.
Karl-Heinz Gajewski hat zudem in seinem Audioarchiv reviercast.de einige Fragmente der Buchpräsentation versammelt:

Und eine erste Rezension des Buches ist ebenfalls gestern erschienen. Weiterlesen »

Zwischen Geistesarbeit und Aschenbrödeltum: Die Professionalisierung der Autorschaft zwischen 1800 und 1933. Eine Rezension für IASLonline

Seit dem 12.4. ist meine Rezension des Buches Autorschaft. Eine kurze Sozialgeschichte der literarischen Intelligenz in Deutschland zwischen 1860 und 1930 von Rolf Parr (Heidelberg: Synchron, 2008) auf IASLonline zu lesen. Parrs Buch zeigt unter anderem, dass es höchst problematisch ist,

„in aktuellen Debatten um das Urheberrecht und das ›geistige Eigentum‹ mit dem Autor zu argumentieren, dessen Rechte es zu schützen gelte. Die Suggestion, dass – angesichts der Möglichkeiten der digitalen Kopie – nur mit dem bestehenden Urheberrecht und einer Bewahrung des Mediums Buch der Fortbestand hochklassiger Literatur zu gewährleisten sei, impliziert die Unterstellung, dass Buchautoren im Regelfall vom Ertrag ihrer urheberrechtlich geschützten Werke gut leben konnten. Parrs Buch macht jedoch deutlich, dass selbst viele heute kanonisierte Autoren zu einer ›Mischkalkulation‹ gezwungen waren. Bereits in der Gutenberg-Galaxis gestalteten sich somit die Bilder der Autorschaft und ihre Verdienstwege widersprüchlich – und die meisten ›Geistesarbeiter‹ schrieben damals aus einem ›Aschenbrödeltum‹ heraus, das heute als ›junges Medienprekariat‹ wiederkehrt, was die gegenwärtige Situation natürlich keineswegs schöner macht.“

Zwischen Plagiat und Intertextualität: Helene Hegemann und die Literatur in der Wissensgesellschaft nach der digitalen Revolution

Die medialen Effekte der digitalen Revolution sind immens – und werden in den kommenden Dekaden noch weitere radikale Folgen mit sich bringen. Wie normal uns heute bereits eine mediale Umgebung mit all ihren Möglichkeiten erscheint, die vor 23 Jahren noch mühsam vom Fernsehen erschlossenen werden musste und wie eine Szene aus einem Science Fiction wirkte, ist kaum zu glauben. Die Verbindung einer Schreibmaschine mit einem PC wurde als Revolution gefeiert, die Speicherkapazität einer CD-Rom noch in Konversationslexika-Bänden aufgerechnet, ein schnurloses Telefon kostete 1700 Mark und der Moderator sprach von einer ‚Tastatatur’… Doch sehen Sie selbst, wie es bei der Computermesse CEBIT ´87 aussah:

Dieses Video werde ich bald als Ausgangspunkt eines Vortrags verwenden, den ich in Göttingen halten werde. Die Folgen der digitalen Revolution für das Feld der Literatur werden nämlich auf der von Heinz Ludwig Arnold, Matthias Beilein, Claudia Stockinger und Simone Winko organisierten Konferenz Wertung, Kanon und die Vermittlung von Literatur in der Wissensgesellschaft thematisiert, auf der ich am Sonntag, 7.2., um 14 Uhr, zum Thema Wer hat Angst vor Goethes Pagerank? Die digitale Distribution von Literatur und die Aufmerksamkeitsökonomie des Internets sprechen werde. Weiterlesen »

Conference report: Collective Creativity (Sydney/Australia, July 2009)

From July, 23rd to 26th, I have been to Sydney/Australia, to the Sydney German Studies Symposium 2009 on Collective Creativity, organized by Gerhard Fischer and Florian Vaßen, where I met colleagues from Germany like Rolf G. Renner and Inge Stephan and colleagues from abroad like Axel Fliethmann, Ulrike Garde, Alison Lewis, Andrew McNamara or Christiane Weller. The conference report, which I collaborated on, has meanwhile been put online on h-soz-kult.

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Downloads: …und draußen tobt die Dunkelziffer. Kathrin Röggla im Gespräch

Kathrin Röggla gewann zuletzt u.a. den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch (2005) und den Preis der SWR-Bestenliste (2004), zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen abrauschen (1997), irres wetter (2000) und wir schlafen nicht (2004). 2006 wurde sie mit ihrem Stück draußen tobt die dunkelziffer zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, das sich mit Privatinsolvenzen und Schuldnerberatungen beschäftigt. Aus diesem Grunde führte ich für die Festivalzeitschrift Stück für Stück ein Interview mit ihr, das unter dem Titel Eine interessante Krise. Kathrin Röggla im Gespräch über kapitalistische Knoten, subversive Strategien und antisemitische Ausdrücke erschien. Darin äußerst sie sich auch über die - allerdings eingeschränkte - Aktualität der Marxistischen Kapitalismuskritik:

Schon Marx hat eine Tendenz zur Monopolisierung im Kapitalismus beschrieben, und da liegt er ja heute ganz richtig. Allerdings denke ich nicht teleologisch, zum Beispiel im Sinne einer sich notwendig ergebenden gerechteren Welt, aber auch nicht in dem Sinne, dass der Kapitalismus nur eine zyklische Krise erlebt und gestärkt hervorgeht. Diese Krise zu beschreiben interessiert mich, sowie die Widerstandskämpfe, die sich natürlich ständig verändern.

Das gesamte Interview kann nun abgerufen werden (Quelle: Stück für Stück 7/2006, S. 3). Auf der rechten Seite findet sich das Interview, auf der linken Seite eine Zusammenfassung der Publikumsdiskussion über das Stück.

Downloads: Ingeborg Bachmann: Mit dem Gesicht auf der brennenden Herdplatte

Zu Ingeborg Bachmanns 80. Geburtstag lud mich die Redaktion von jetzt.de ein, für die nachwachsende Leserschaft der Süddeutschen Zeitung ein kleines Portrait der großen Autorin zu schreiben. Somit erfreute ich mich noch einmal an einigen Texten der Namensgeberin des Ingeborg-Bachmann-Preises, durch dessen strenge Inszenierungen der deutschsprachige Literaturnachwuchs jährlich zurechtgequetscht wird. Besondere Freude macht mir noch immer ihr Roman Malina:

In Malina erzählt eine weibliche Ich-Erzählerin, die zwischen den Männern Ivan und Malina steht, vom Scheitern ihrer Bemühungen, innerhalb der Ordnungsmuster einer von Männern beherrschten Welt eine eigene Identität zu entwickeln. Am Ende heißt es: ‚Ich muß aufpassen, daß ich mit dem Gesicht nicht auf die Herdplatte falle, mich selber verstümmle, verbrenne, Weiterlesen »

Downloads: “Vlaanderen - een inburgeringscursus” (Passa Porta Festival 2009)

Vorig weekend heeft de tweede editie van het Passa Porta Festival in Brussel plaats gevonden en achtduizend bezoekers aangetrokken. Op dit festival mocht ik - als lid van de ‘masterclass’ Vers bloed - mijn eerste literaire lezing in het Nederlands geven. Het programma werd gepresenteerd door Hai-Chay Jiang en Benno Barnard, onder de toeschouwers was onder meer Carlo Van Baelen, de directeur van het Vlaams Fonds voor de Letteren. Als documentatie van onze werken en ons optreden vinden jullie op deze pagina

De kwaliteit van de video- en audiobestanden is weliswaar niet optimaal maar ze geven een goede indruk van de tekst. Bedankt bij alle Vers bloeders, Passa Porta en mijn vriendinnen en vrienden voor de steun! Meer over Nederlandstalige publicaties en projecten volgt hopelijk binnenkort op deze pagina!

“Vers bloed” op het Passa Porta Festival in Brussel

Op zondag 29 maart 2009 zal het grootste literatuurfestival van Brussel doorgaan: bijna 100 schrijvers treden in meer dan 10 talen aan in een 80-tal programma’s. Mijn integratieproces in Vlaanderen gaat intussen al zo ver dat ik als één van “zes nieuwe Vlaamse auteurs” van de groep “Vers bloed“, gepresenteerd door Benno Barnard en gesteund door het internationaal literatuurhuis Passa Porta in Brussel, voor de eerste keer mijn Nederlandstalige literatuur kan presenteren.

Onze lezing op dit festival, waar onder meer ook Jeroen Brouwers, Saskia De Coster, Eva Cox, Carlos Fuentes, Kristien Hemmerechts, Ramsey Nasr, Catherine Millet, Harry Mulisch, Elvis Peeters, Péter Nádas, Jeroen Olyslaegers, Ingo Schulze, Geert Van Istendael, David Van Reybrouck, Juan Gabriel Vásquez, en Zoé Valdés optreden, vindt om 14.30 uur in het Literair Salon van de Hoofdstedelijke Openbare Bibliotheek aan het Muntplein (Koninginnestraat 23) plaats. Ik zal een kort stuk uit mijn project “Vlaanderen. Een inburgeringscursus” presenteren. Hier al een stukje vooraf:

(…) Ik ben een Duitser in België. Ik vertegenwoordig geen maatschappelijk probleem. Weiterlesen »

Downloads: Falk Richter: Über das System und den Stillstand, Flughafenhotels und Zwiebelschalen

Falk Richter arbeitet als Autor und Theaterregisseur und erhielt u.a. den Hörspielpreis der Deutschen Akademie der Künste. Bekannt wurde er mit Das System (2004, Schaubühne am Lehniner Platz), mit Unter Eis aus diesem Zyklus wurde Richter zu den Mülheimer Dramatikertagen Stücke eingeladen, für dessen Festivalzeitung Stück für Stück ich ihn interviewt habe. Unter dem Titel ‚Ich trete nicht als Richter auf’. Falk Richter im Gespräch über Pop, Fernsehen und den Stillstand stellt er die These auf, dass das Fernsehen heute das ‚real life’ darstellt:

Medien sind in extremer Weise ein Teil unseres Lebens geworden. Fernsehserien werden nicht mehr dem Alltagsleben nachgebildet, sondern das Alltagsleben orientiert sich an den Serien. Ich habe neulich einen Dokumentarfilm gesehen über junge Inder, die in einem Callcenter arbeiten und vorgeben müssen, dass sie US-Amerikaner seien. Die lernen das anhand der Serie ‚Sex and the City’, müssen anhand einer Figur aus der Serie ihre Biografie ausbilden.

Das gesamte Interview kann nun abgerufen werden (Quelle: Stück für Stück 6/2004, S. 3). Auf der rechten Seite findet sich das Interview, auf der linken Seite eine Zusammenfassung der Publikumsdiskussion über das Stück, unter dem possierlichen Titel Zwiebelschalen und Flughafenhotels.

Zitate (7): Die Kunst und der Adel

„Der Rang von Kunstwerken ist dem des Adels entgegengesetzt: er misst sich nicht an der Herkunft, sondern an den Konsequenzen.”
Heinz-Klaus Metzger

Bei Autoren wie Alexander von Schönburg, Alexa Hennig von Lange oder Benjamin von Stuckrad-Barre evoziert dies allerdings eine chiastische Struktur. Da mal drüber nachdenken!