SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart

Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke (Hg.): SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2008. Print: 30,80 €, E-Book: 29,99 €, 406 Seiten, ISBN 978-3-8394-0677-9.

Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke (Hg.): SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2008. Print: 30,80 €, E-Book: 29,99 €, 406 Seiten, ISBN 978-3-8394-0677-9.

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich zahlreiche künstlerische Konzepte, die mit subversiven Strategien operierten. Sind die Konzepte heute veraltet? Wie werden sie aktuell erneuert? Welche Effekte haben die gegenwärtigen medialen Umbrüche auf die verschiedenen künstlerischen Felder und ihre politische Bedeutung? Existiert eine wirksame künstlerische Subversion überhaupt? Und, wenn ja, in welchem Rahmen kann sie aktuell wirksam werden?

Vor dem Hintergrund aktueller theoretischer Ansätze stellt dieser Band die Frage, wie sich das Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart gestaltet und inwiefern sich der Begriff der Subversion eignet, dieses Verhältnis zu beschreiben. Zunächst setzen sich die AutorInnen mit Geschichte, Strategien und Wirkungen subversiver Konzepte auseinander. Anschließend werden zahlreiche Felder der Kunst wie Literatur, Theater, Fotografie, Film und Fernsehen sowie Bildende Kunst und Mode untersucht. Schließlich werden aus diesen Betrachtungen Schlüsse gezogen. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Transcript Verlages.

Pressestimmen

„Der besprochene Band überzeugt durch seine vielfältigen und qualitativ hochwertigen Beiträge, die zentrale Aspekte kulturwissenschaftlicher sowie politischer Debatten aufgreifen und erweitern. Zudem besticht er durch sein aufwändiges Layout mit zahlreichen Collagen und einer Fotoserie.“
Das Argument (Franziska Bergmann, Heft 279, 2008)

„Ausgesprochen erfrischend! Ein vielschichtiges Bild eines schwer fassbaren, aber zentralen Konzepts des 20. Jahrhunderts. Sehr gelungen finde ich die Zusammenstellung sowie die Art und Weise der thematischen Annäherung. Einen Teil tragen auch die sehr gelungene Aufmachung und das Layout des Buches bei. Das Kompendium gehört zu meinen Lieblings-Readern der jüngeren Vergangenheit.“
http://blog.datenschmutz.net ( Ritchie Pettauer, 24.6.2008)

„Wir haben eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich aus soziologischer oder kulturwissenschaftlicher Sicht nähern, und eine Reihe von Medienaktivisten, zum Teil auch der ersten oder zweiten Stunde im deutschsprachigen Raum, die pointierte Sichtweisen auf das Thema haben. (…)
Es sagen mehr oder weniger alle Autoren sehr einsichtig, dass sobald eine (…) subversive Praxis ans Licht kommt oder praktiziert wird im kulturellen Rahmen, verbraucht sich die Subversion gleichzeitig wieder zum Label. (…)
Es ist ein eher wissenschaftliches Buch, es räsoniert sehr stark, es ist keine Anleitung zum Selberbasteln der eigenen Subversion. Eher äußert es sich dann am Ende – Gott sei Dank, muss ich sagen – auch relativ skeptisch zur Verwendung dieses Begriffs, eben weil er so verwässert ist mittlerweile.“
DeutschlandRadio Kultur (Carsten Probst, 5.7.2008, im Interview der Sendung Breitband)

„[Der Band gibt] die Möglichkeit, verschiedene Fäden aufzunehmen, Anknüpfungspunkte zu suchen und das begriffliche Netz der Subversion weiterzuspinnen.“
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen (Andrea Pabst, Heft 21, 2008)

„Tat-sächlich widerständig: Subversionen. (…)
Abgesehen vom politischen Aktivismus im praktischen Sinn, beschreibt ‚SUBversionen‘ widerständiges Handeln, bei dem es sich neben Prozessen auf formaler, also immanent-ästhetischer, auch um institutionskritische Reflexion als Gegenstand der Kunstäußerung handeln kann. (…) Anhand von Taktiken wie Sinnzersetzung, Übertreibung, Umkehrung und Hybridisierung geht das Buch also der Frage nach, ob die Subversion heute an ihrer ursprünglichen Bestimmung festhalten kann und argumentiert vor allem gegen zeitgenössische Formen des ‚Lifestyle-Aktivismus‘.“
Kunstforum International (Franz Thalmair, Heft 195, 2009)

„Spannend, fundiert und wunderlich!“
MALMOE ( Ingo Lauggas, Heft 45/Februar 2009)

Textauszug

„Die Herausgeber/-innen möchten mit dem vorliegenden Buch einen Beitrag zur Geschichte, Aktualität und Reflexion subversiver ästhetischer Konzepte in verschiedenen Feldern, mit verschiedenen theoretischen und methodischen Ansätzen und unterschiedlichen politischen Bewertungen liefern. Im Gegensatz zu anderen Sammelbänden der jüngeren Zeit, die eine eher historisierende oder nationale Perspektive einnehmen, geht es uns und den Beitragenden um die Gegenwart, die Anwendung neuerer theoretischer Ansätze sowie eine internationale Perspektive auf unterschiedliche kulturelle Felder vor dem Hintergrund der jüngsten medialen Entwicklungen. (…)
Walter Benjamin stellte fest: ‚Meinungen sind für den Riesenapparat des gesellschaftlichen Lebens, was Öl für Maschinen; man stellt sich nicht vor eine Turbine und übergießt sie mit Maschinenöl. Man spritzt ein wenig davon in verborgene Nieten und Fugen, die man kennen muß‘ (Benjamin 1988: 8). Möge dieses dicke Buch in kleiner Auflage jene verborgenen Nischen erreichen, die wir zu kennen glauben. Wir hätten es nicht gemacht, wenn wir nicht glauben würden, dass es funktioniert.“
Aus: Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke: SUBversionen. Eine Einführung. S. 12, 21. In: dies. (Hg.): SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2008. S. 9-23.

Inhaltsverzeichnis

Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald, Julia Tieke
SUBversionen. Eine Einführung | 9

Geschichte, Strategie und Wirkung

Mark Terkessidis
Karma Chamäleon. Unverbindliche Richtlinien für die Anwendung von subversiven Taktiken früher und heute | 27

Martin Doll
Für eine Subversion der Subversion. Und über die Widersprüche eines politischen Individualismus | 47

Mirko Tobias Schäfer und Hans Bernhard
Subversion ist Schnellbeton! Zur Ambivalenz des ‚Subversiven’ in Medienproduktionen | 69

Rena Tangens und padeluun
Informationen sind schnell – Wahrheit braucht Zeit. Einige Mosaiksteine für das kollektive Netzgedächtnis | 89

Literatur

Thomas Ernst
Textzwitter, Transvestitismus und Terrorismus. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa am Beispiel von Thomas Meineckes Roman ‚Tomboy’ | 111

Matthew Miller
Literarische Zwischenöffentlichkeit? Alexander Kluges erzählerische Reaktionen auf die deutsche Wendezeit | 129

Theater

Natalie Bloch
„ICH WILL NICHTS ÜBER MICH ERZÄHLEN!“ Subversive Techniken und ökonomische Strategien in der Theaterpraxis von René Pollesch | 165

Tanja Bogusz
Geheimnisse retten. Soziologische Beobachtungen zur Berliner Volksbühne | 183

Fotografie

Karen Wagels
Sub/Versionen von ‚Geschlecht’. Zum politischen Einsatz einer Fotoausstellung | 203

Patricia Gozalbez Cantó
Fotografie als subversive Kunst. Zu den fotografischen Strategien von Claude Cahun und Cindy Sherman | 221

Inga Betten
Visual Resistance. Die Bilder der Zapatistas als Subversionen des Blickregimes | 243

Film und Fernsehen

Sebastian Richter
Alterierende Räume, unmögliche Perspektiven. Zur Subversion des Kamerablicks durch Computeranimation und ‚virtuelle Kamera’ | 261

Nadja Sennewald
Drag in Space. Strategien der Geschlechtersubversion in populären Filmen und Fernsehserien | 281

Bildende Kunst und Mode

Gregor Schröer
Avantgardistische und postkoloniale Strategien der Entkanonisierung. zu Meschac Gabas ‚Museum Of Contemporary African Art’ | 303

Anna Schober
Lumpendesign, Penismode und Körperteilverstärker. Zur Aneignung avantgardistischer Praktiken in ehemaligen sozialistischen Ländern seit 1989 | 319

Helga M. Treichl
Maskierte Identitäten. Verhüllen und Präsentieren als Ästhetik des Politischen | 341

Schlüsse

„Aber ich würde es nicht machen, wenn ich nicht glauben würde, dass es funktioniert“. Eine Abschlussdiskussion | 363

Anhang

Kurzbiografien | 387

Personenregister | 395

Sachregister | 399

Künstlerische Beiträge

Florian Neuner
Was tun wenn´s brennt. Aussageverweigerung, Wahl der Mittel (Prosatext, unten durchlaufend)

Armin Chodzinski
…von der Sehnsucht nach Widerständigkeit oder: How to suceed in Business without really tryin´ it! (Bildstrecke, Mittelteil)

Personen- und Sachregister (Auszüge)

Einige der meistgenannten Einträge im Personenregister lauten u.a. auf:

Theodor W. Adorno, Roland Barthes, Homi K. Bhabha, Pierre Bourdieu, Bertolt Brecht, Judith Butler, Michel de Certeau, Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Diedrich Diederichsen, FoeBud e.V., Michel Foucault, Marjorie Garber, Elfriede Jelinek, Alexander Kluge, Jacques Lacan, Karl Marx, Thomas Meinecke, Oskar Negt, René Pollesch, Cindy Sherman und Subcomandante Marcos.

Einige der meistgenannte Begriffe im Sachregister sind u.a.:

Affirmation, Alltag, Autonomie, Avantgarde, Blick, Datenschutz, Dekonstruktion, Differenz, Gender, Gewalt, Hegemonie, Grenzüberschreitung, Guerilla, Heteronormativität, Hybridität, Kapitalismus, Karneval, Kommunikationsguerilla, Konsum, Krieg, Maskerade, Militär, Parodie, Performativität, Popkultur, Postmoderne, Poststrukturalismus, Repräsentation, Revolution, Sexualität, Sozialismus, Subversion, Taktik, Terrorismus, Utopie, Widerstand, Zensur.

Leseperformance Tunnel. Literatur & Subversion

In einem unter- und hintergründigen Spektakel aus Wortfetzen und Witzen, zahllosen Zitaten aus der Geschichte der Subversion, Videoclips und Fotos präsentiert im Frühjahr 2009 das neue multimediale Programm von Thomas Ernst die wichtigsten Ergebnisse der Abhandlung Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa (2007) und des Sammelbandes SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Kunst in der Gegenwart (2008):

Fünf Figuren buddeln Worttunnel unter die Ideologietürme der Gegenwart, ihre Wege im Untergrund kreuzen sich, obwohl sie in verschiedene Richtungen graben und einander beim Lockern der Fundamente behindern. Der in Brüssel – nahe der Machtzentralen der EU und der NATO – lebende Autor Thomas Ernst führt sein Publikum auf amüsante Weise durch die Geheimgänge der literarischen Subversion. Dabei werden die Vietcong-Tunnel von Cuchi durchkrochen, die Sturmtruppen der Avantgarde getroffen, die Zensurprozesse gegen satirischen Texte ebenso besucht wie die Hinterhöfe des HipHop und die ratternden Wortsalven der Poetry Slams, schließlich verliert sich die Spur in den Netzen des World Wide Web.

Downloads zum Buch

SUBversionen. Eine Einführung ()

In: SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart. Bielefeld: transcript, 2008. S. 9-23. (Gemeinsam mit Patricia Gozalbez, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke.)

Interview mit dem Radio Z aus Nürnberg zur Tagung SUBversionen. Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart, 8.6.2006


Audio-Podcast (8:58 Min.)

Interview mit Thomas Ernst über das Buch SUBversionen ()

Link zu den Seiten des Transcript-Verlags; Sie finden den Text links unten auf der Seite.

Lehre an der Universität Trier, WS 2007/08, Studierende des HS Literatur als Subversion zum Thema „Literatur als Subversion“

Audio-Podcast (4:18 Min., verzeihen Sie die schlechte Aufnahmequalität!)

Links